Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka: Grundsportarten in den Schulen forcieren

Neuorganisation der Anti-Doping-Maßnahmen, Nachwuchs- und Trainerausbildung weitere Schwerpunkte der Landessportreferentenkonferenz

Velden, 12. September 2007 (OTS) - "Fast jedes fünfte Kind in Österreich ist zu dick, die Hälfte davon fettleibig, daher müssen wir den Kampf gegen Übergewicht bereits im Kindergarten- und Schulbereich aufnehmen", betonte Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka einen der Schwerpunkte bei der Landessportreferentenkonferenz in Kärnten. "Spätestens seit dem jüngsten Bericht zur Gesundheit unter Sechs- bis 14-Jährigen müssen bei allen Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen. Nur gemeinsam können wir die notwendigen Schritte für die Gesundheit unserer Kinder setzen", so Lopatka vor den Sportlandesräten und Sportreferenten der Bundesländer. Es gehe nicht nur um den Kampf gegen Fettleibigkeit, sondern vor allem um die Förderung der Grundsportarten wie Leichtathletik, Turnen oder Schwimmen. "Wir müssen das Körpergefühl unserer Kinder wieder verstärkt ansprechen." Das Staatssekretariat für Sport hat daher die Mittel für den Ausbau der "Kooperation Schule - Sportverein" für 2008 verdoppelt. "Hier wollen wir in Zukunft gezielt tätig werden, um das Kooperationsnetz der Sportvereine der drei Dachverbände ASKÖ, ASVO und Sportunion zur Förderung von Bewegung in den Schulen im Zusammenwirken mit den Fachverbänden zu verdichten", so Lopatka. ****

Gerade über den Kindergarten- und Schulbereich erschließe sich der notwendige Kooperationsbereich vom Gesundheitssport hin zum Breiten-und Spitzensport, so der Sportstaatssekretär. Lopatka stellte den anwesenden Sportverantwortlichen aus Bund und Ländern sein Modell des "Bundesnetzwerkes für Nachwuchs - Leistungssport" vor, das die Oberstufen Realgymnasien (ORG) verstärkt als Basis nutzt. "Die ORGs für Leistungssportler sind die Zellen für den österreichischen Spitzensport." Unabdingbar sei jetzt, die derzeit an 13 Standorten geführten ORGs im Zusammenwirken mit den jeweiligen Bundesländern in ein Netzwerk zusammenzufassen, "um die Synergien zu stärken sowie die Qualifizierung durch gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen zu optimieren". Die Vernetzung der ORGs mit den Spitzensport-Einrichtungen des Bundes - ÖOC, Sporthilfe, Top Sport Austria, BSO - seien "Grundvoraussetzung für eine Optimierung der Talenteförderung". Der Sportstaatssekretär strebt die Einrichtung eines Bundeskoordinators an. Die Finanzierung soll ebenfalls über die Initiative "Schule und Sport" erfolgen. Seitens der Ländervertreter wurden diese Bestrebungen unterstützt.

Zur Neuorganisation des österreichischen Anti-Doping Systems betonte Lopatka: "Die gemäß dem neuen Anti-Doping-Gesetz zu gründende NADA Austria (Nationale Anti-Doping-Agentur) soll in enger Zusammenarbeit mit den Ländern entwickelt werden." Er schlug den Ländervertretern vor, der NADA Austria GesmbH die bisherigen Mitgliedsbeiträge des Bundes und der Länder zur Verfügung zu stellen, wobei der Anteil der Länder gemäß ihrer Größe gleich bleibt. Der Bund verstärkt die Anti-Doping-Maßnahmen mit zusätzlichen 600.000 Euro. "Diese bessere finanzielle Ausstattung ermöglicht mehr Kontrollen sowie mehr Information, Aufklärung und Präventionsarbeit." Demnach sind die Vertreter des Bundes, der Länder und auch des Sports nicht mehr wie bisher im "Entscheidungsgremium", sondern übernehmen als "Aufsichtsgremium" die Kontrolle der Geschäftsführung. Bei der NADA Austria GesmbH kommt es zur Konzentrierung der wichtigen Informations- und Aufklärungsarbeit. Die Ethik-Kommission soll für die strategische Ausrichtung dieser Tätigkeit und Anti-Doping-Botschafter für die Umsetzung diese wichtige Präventionsarbeit auf neue Beine stellen.

Lopatka sprach auch die Trainerproblematik in Österreich an. "Wir haben derzeit kaum österreichische Trainer im Ausland beschäftigt. Einzige Ausnahme ist der Ski-Sport. Daher müssen wir zur Optimierung und Attraktivierung des Trainerwesens auch das 'Berufsbild Trainer' diskutieren." Dem Trainer solle neben den sportwissenschaftlichen Bereich ein wichtiger Stellenwert auch im pädagogischen Bereich ermöglicht werden. "Wünschenswert sind einheitliche Ausbildungsstandards und Rahmenbedingungen inklusive sozialer Absicherung, um eine Karriereplanung und Zukunftschancen zu eröffnen. Diese notwendige Qualitätsverbesserung ist in Verhandlungen zwischen Bund, Bundes-Sportakademien, dem Trainer-Rat der Bundes-Sportorganisation (BSO) und den Ländern in den nächsten Monaten zu entwickeln." Ziel sei die bestmögliche Qualifizierung der Trainer. Abschließend betonte der Sportstaatssekretär, dass die Kooperation in den Themenbereichen des Sports mit den Ländern "ausgezeichnet" funktioniere.

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