Wlodkowski: Lebensmittel dürfen nicht zum Spekulationsobjekt werden

LK: Österreichs Bauern brauchen starke Partner in der Region

Wien (OTS) - "Erfahrungen zeigen, dass langjährige verlässliche Geschäftsbeziehungen dem Landwirt ein hohes Maß an Sicherheit, Planbarkeit und Verlässlichkeit bieten. Deshalb appellieren wir an die Bauern, diese Vertrauensbasis nicht des schnellen Geldes wegen kurzfristig aufzugeben. Denn langfristig kann ein Betrieb von einem internationalen Preistrend nur dann profitieren, wenn er einen starken Partner hat, der auch mögliche Preiseinbrüche abpolstern kann. Andererseits geht unser dringender Appell an die Verarbeiter und Vermarkter, den Bauern ihren gerechten Anteil an der positiven Preisentwicklung rasch und vor allem ungekürzt zukommen zu lassen", erklärte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftkammer Österreich, in einer Aussendung.

Während zurzeit auf internationalen Börsen um Agrarprodukte, wie Getreide, eine wahre Hysterie mit rasanten Preisanstiegen aber ebenso rasch möglichen Preisabstürzen ausgebrochen sei, setzten die Agrarmarkt-Verantwortlichen in Österreich auf eine nachhaltige Preisentwicklung. Doch speziell in Grenznähe verlocke das schnelle Geld ausländischer Nachfrager so manchen Landwirt, seine langfristigen Geschäftsbeziehungen über Nacht aufzugeben, so der Präsident.

Spekulations-Ankäufe liefern Märkten falsche Signale

"Lebensmittel dürfen nicht zum reinen Spekulationsobjekt verkommen. Das gilt für internationale Börsen genauso, wie für kurzfristige Spot-Märkte oder momentane Lockangebote ausländischer Aufkäufer. Ebenso, wie wir uns stets gegen die Tendenz wenden, Lebensmittel in Supermärkten als Lockartikel zu Dumping-Preisen zu verschleudern, treten wir gegen Spekulations-Ankäufe auf, die den Märkten falsche Signale und den Bauern auf Dauer unerfüllbare Hoffnung geben. Außerdem entziehen solche Aktionen den Verarbeitungsbetrieben jenen Rohstoff, mit dem diese für ihre Eigentümer, die Bauern, bei den heimischen Lebensmittelketten beziehungsweise im Export entsprechende Gewinne erzielen können", warnte Wlodkowski vor möglichen negativen Folgen.

Während die Molkereien und Käsereien bereits in den vergangenen Wochen die Bauernmilchpreise erhöht haben, werde nun auch der Fleischsektor folgen, da der weltweite Konsumanstieg in diesem Bereich nun auch in Österreich zu höheren Fleischpreisen führen werde, ist der LK-Präsident überzeugt.

Generell sieht die bäuerliche Interessenvertretung gute Chancen für ein "Langzeit-Hoch", weil die entscheidenden Antriebskräfte dafür das starke Wirtschaftswachstum und die dadurch ausgelöste kaufkräftige Nachfrage nach Lebensmitteln seien. Zudem würden auch die veränderten Ernährungsgewohnheiten wie etwa bei Milch in Asien eine zentrale Rolle spielen. Auf der anderen Seite zeigt sich die LK Österreich trotz des derzeitigen optimistischen Hochs bei den Agrarpreisen realistisch und warnt vor übereilten Vertragsabschlüssen mit ausländischen Partnern.

"Wenn nun aufgrund internationaler Entwicklungen die Lebensmittelpreise nach Jahren der Flaute um 3% steigen - im selben Zeitraum wurden Energie um 5 bis 10% und der öffentliche Verkehr um 10% teurer -, dann bedeutet das für uns Bauern, in unsere Höfe zu investieren, um diese wettbewerbsfähiger zu machen. Jetzt wegen einer einmaligen Preissteigerung, die noch lange keinen Trend darstellt, sofort von Kürzungen der Leistungsabgeltungen und Ausgleichszahlungen zu sprechen, wäre nicht nur allzu voreilig, sondern würde die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt um Millionen-Investitionen bringen", stellte Wlodkowski fest.
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