Prammer bei Festveranstaltung "100 Jahre Sozialistische Fraueninternationale" in Stuttgart

Selbstbestimmungsrecht der Frauen unantastbar

Wien (SK) - "Wir brauchen mehr Frauen in Machtpositionen", meinte Nationalratspräsidentin, SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin der Sozialistischen Fraueninternationale Barbara Prammer bei einer Festveranstaltung in Stuttgart "100 Jahre Sozialistische Fraueninternationale". In der Wirtschaft, in der Forschung, im Gesundheitswesen, an den Universitäten, in allen Kulturbelangen müsse der Frauenanteil erhöht werden. In führenden Positionen haben Frauen nicht nur eine wichtige Vorbildfunktion, sondern müssten sich ihrer Aufgabe als Symbolfigur bewusst sein. Um die Lebenssituation der Frauen real zu verbessern, brauchen sie feministische und soziale Grundsätze und Prinzipien, meinte Prammer. ****

Als positives Beispiel führte Prammer Chile und Norwegen an. Michelle Bachelet wie auch Gro Harlem Brundtland geben den Weg vor:
Die halbe Regierung besteht aus Frauen, und Frauen sind in allen Bereichen des Lebens führend.

Die Sozialistische Fraueninternationale habe in ihrer Deklaration auch festgehalten, dass das Selbstbestimmungsrecht der Frauen unantastbar sein muss und jede Frau - ohne Strafandrohung -entscheiden kann und darf, ob sie eine Schwangerschaft abbricht oder nicht. In dem Zusammenhang machte Prammer deutlich, dass sich die sozialdemokratischen Frauen mit Nachdruck dagegen verwahren, wenn von Institutionen wie der katholischen Kirche wohlerworbene Rechte der Frauen in Frage gestellt werden. "Die Fristenregelung ist seit 30 Jahren geltendes Recht - und steht nicht zur Diskussion", unterstrich die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende.

"Frauenrechte sind Menschenrechte" betonte Prammer und nannte die wesentliche Punkte für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen: Bildung und Ausbildung, Zugang zur medizinischen Versorgung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Chance auf höher qualifizierte Jobs, Leben ohne Gewalt.

Um in allen Bereich und Ebenen die Teilhabe von Frauen zu ermöglichen, brauche es das hilfreiche Mittel der Quotenregelung. Prammer wies auch auf die Bedeutung von nationalen und internationalen Netzwerken hin.

Buch von Irmtraut Karlsson über die Geschichte der Organisation präsentiert

In Stuttgart wurde auch das Buch von Irmtraut Karlsson über die Geschichte der Socialist International Women präsentiert. Das Buch zeichnet den Weg der Organisation zu mehr Geschlechtergerechtigkeit nach. Themen waren die Durchsetzung des Frauenwahlrechts, Frieden und Abrüstungspolitik, die Ablehnung des Faschismus, die wirtschaftliche Benachteiligung von Frauen, die Verurteilung kommunistischer Verfolgungen und Gräueltaten hinter dem Eisernen Vorhang. 1978 in Vancouver, Kanada wurde erstmals das Thema Gewalt gegen Frauen in einem eigenen Leitantrag aufgegriffen. Als Generalsekretärin der Organisation von 1980 bis 1985 und von 1985 bis 1995 Vizepräsidentin brachte Karlsson die umstrittene Thematik "Frauen und Armut" ein und bemühte sich die Kontakte zu den Frauen in Osteuropa aufzubauen. (Schluss) ps/mp

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