Schabl zum Weltalphabetisierungstag: Auch 120.000 ÖsterreicherInnen sind betroffen

Eine Schule für alle hebt die Chancen aller Kinder

St. Pölten (SPI) - Seit 1965 macht der Weltalphabetisierungstag am 8. September weltweit auf das Problem des Analphabetentums aufmerksam. Schätzungen zufolge sind auch in Österreich bis zu 120.000 Personen Analphabeten. "Die Zahlen sind erschreckend! 120.000 Menschen - das entspricht annähernd der Einwohnerzahl Innsbrucks! Bei den Kindern und Jugendlichen sind die Zahlen besonders alarmierend. Rund 5 % der jungen ÖsterreicherInnen sind Analphabeten, 6 % der SchülerInnen brechen ihre Ausbildung vor Beendigung der Pflichtschule ab und 18 % der Jugendlichen, die eine Pflichtschule absolviert haben, können nicht sinnerfassend lesen", macht der NÖ Pflichtschulreferent, LR Emil Schabl, auf die ernste Situation aufmerksam. "An einem Schulsystem, an dem so viele junge Menschen scheitern, gibt es eindeutig Verbesserungsbedarf. Eines der Probleme ist, dass das österreichische Schulsystem meist nach sozialen Kriterien und vor allem zu früh selektiert. Zahlreiche Studien belegen aber deutlich, dass diese frühe Selektion sich negativ auf die Lebenschancen auswirkt. Was wir daher dringend brauchen, ist eine gemeinsame Schule für alle", so Landesrat Emil Schabl.

"Schule muss den Kindern Spaß machen und die Lust am Lernen erhalten. Kinder sind äußerst wissbegierig. Negative Erfahrungen, Leistungsdruck und Versagensängste nehmen ihnen aber oft allzu früh den Spaß am Lernen. Schule muss individuell, offen, vielfältig und mit weniger Anpassungsdruck und Ängsten die SchülerInnen fördern. Damit bietet sie sowohl den schwächeren wie den besonders leistungsfähigen SchülerInnen bessere Chancen", führt LR Schabl weiter aus. Ein ganzheitliches Schulsystem geht von dem Grundgedanken aus, dass jeder Mensch ein lernendes Wesen mit individuellen Erfahrungen ist, das vor allem in Gemeinschaft lernt und sich im Umgang und durch den Kontakt mit anderen entwickelt. "Wir haben heute die einmalige Chance ein Bildungssystem zu schaffen, das den jungen Menschen in unserem Land alle Wege öffnet. Denn Bildungspolitik ist Chancenpolitik", so Schabl abschließend. (Schluss) kr

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