Neues Volksblatt: "Daheim" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 8. September 2007

Linz (OTS) - Der Papst hat auf dem Flug nach Wien und an seinem ersten Tag in Österreich manches gesagt, was des Nachdenkens wert ist. Etwa im Zusammenhang mit dem Relativismus in der heutigen Zeit oder auch mit den leidvollen Jahren der katholische Kirche Österreichs in der jüngeren Vergangenheit.
Mich freilich hat eine "Nebenbemerkung" des Papstes in besonderer Weise nachdenklich gemacht. Sagte Benedikt XVI. doch, die Kultur Österreichs sei wesentlich von Christentum und Kirche geprägt und daher fühle er sich hier "daheim". Sich "daheim fühlen können" - ist es nicht gerade das, was viele Katholiken heute in der Kirche vermissen? Die Kirche ist ihnen fremd geworden, nicht mehr "geistige Heimat". Die einen fühlen sich in der Kirche nicht mehr "daheim", weil sie ihnen die WZeichen der Zeit" zu wenig erkennt, die anderen fühlen sich nicht "daheim" wegen mancher Reformen nach dem letzten Konzil. Dabei müsste für beide Platz sein. Auch "daheim" in der Familie gehen die Meinungen manchmal auseinander, man redet dort aber - hoffentlich - offen miteinander und nimmt einander ernst. Und man fühlt sich trotz allem oder gerade deswegen "daheim". Und in der Kirche?

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