Drössler: "Information ist gut, vergaberechtliche Sorgfalt mindestens genauso wichtig"

Vergabepraxis der Ministerien unter der Lupe - Zentrale Kommunikationsagentur könnte Abhilfe schaffen

Wien (PWK638) - "Im Vergleich betrachtet sind die Aufwendungen für "Public Information", also zur Information von Herrn und Frau Österreicher zu Themen mit Informationswert, nicht (zu) hoch. Die in jüngster Zeit genannten Summen liegen bestenfalls im Bereich mittlerer Etats", sagt Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung & Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Wenn Kritik an Ministerien bezüglich der Höhe der Ausgaben für Informationskampagnen beispielsweise über Aktivitäten zu Jugendschutz oder technologische Neuerungen wie Handy-TV geübt wird, "ist die Kaprizierung auf die Höhe der Ausgaben ohne Bezug auf dafür vereinbarte und erbrachte Leistungen nicht seriös." Nur die Höhe der Aufwendungen anzugreifen, schade der Sache "und ist der Kommunikation von Inhalten wenig dienlich."

Informationskampagnen beispielsweise mit dem Ziel, die Wichtigkeit der Gesundheitsvorsorge hervorzuheben, das Problem des Alkoholismus bei Jugendlichen einzudämmen oder die Nichtraucher-Kampagnes von Gesundheits- und Familienministerin Andrea Kdolsky, sollten durchaus mit noch mehr Öffentlichkeitswirksamkeit umgesetzt werden.

"Handlungsbedarf herrscht allerdings bei der Vergabe der Aufträge", unterstreicht Drössler: "Der Fachverband Werbung & Marktkommunikation hat schon wiederholt bei Ministerien interveniert, da Ausschreibungen immer wieder vergaberechtliche Grundvoraussetzungen nur haarscharf erfüllen und die Qualität der Ausschreibungen oft nicht geeignet ist, die am besten geeignete Agentur zu finden, weil grundlegende Branchenregeln missachtet werden."

Neben mangelnder Transparenz ist oft die fachliche Qualifikation der ausschreibenden Stelle eines der Hauptprobleme. Je nach Ministerium und Thema sind stets wechselnde Abteilungen mit der Formulierung der Ausschreibungen befasst. "Ein Lerneffekt ist daher kaum zu beobachten", weiß Obmann Drössler aus der Praxis zu berichten. "Auf mittlere Sicht könnte da eine zentrale Kommunikationsagentur der Bundesregierung Abhilfe schaffe, nämlich durch eine Professionalisierung der Vergaben. Das würde auch einen effektiveren Einsatz von Budgetmitteln zur Folge haben."

Kurzfristig existieren aber auch einfachere Möglichkeiten, um die Vergabepraxis der Ministerien zu verbessern: Fachverbandsobmann Drössler regt dazu die Schaffung einer interministeriellen Arbeitsgruppe an, die eine fachliche Richtlinie für die Vergabe öffentlicher Aufträge erstellt, die dann für alle Ministerien verbindlich gelten soll. Neben der besseren Umsetzung des Vergaberechtes - der Fachverband hat dazu mit der Herausgabe des "Kodex K", der Ausschreibungs- und Vergaberichtlinien für Marketing, Werbung und Public Relations zusammenfasst, auch schon konkrete Hilfestellung für die Behörden geleistet - soll in diesen Guidelines auch ein besseres Verständnis für die Funktionsweise des Werbemarktes erarbeitet werden.

"Natürlich ist die heimische Werbewirtschaft, ist der Fachverband Werbung & Marktkommunikation mit seinen Experten als Ansprechstelle für die Politik gern bereit, dabei fachliche Unterstützung zu bieten", deponiert Drössler. (JR)

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