Hilfswerk fordert Wahlfreiheit bei Kinderbetreuung, Pflege und Betreuung

Präsident Othmar Karas: "Gutscheinmodell für Kinderbetreuung sehr gute Lösung!"

Eugendorf (OTS) - Anlässlich der Generalversammlung des Salzburger Hilfswerks, heute, Freitag, in Eugendorf, forderte Hilfswerk-Präsident Othmar Karas die Wahlfreiheit bei Pflege und Betreuung, aber auch bei der Kinderbetreuung ein: "Die Menschen sollen selbst entscheiden, bei welcher Organisation sie soziale Dienste beziehen wollen!" Die derzeit diskutierte Gutscheinlösung für die Kinderbetreuung nach dem Vorbild der Stadt Hamburg wäre laut Karas auch für Österreich eine sehr gute Lösung.

"Das Hamburger Modell entspricht im Wesentlichen unserem Vorschlag vom April dieses Jahres, als wir ein steuerbegünstigtes Scheck- oder Gutscheinmodell zur Kinderbetreuung präsentiert haben.", sagt Karas. "Betriebskindergärten rechnen sich leider nur in wenigen Fällen, meist nur für große Betriebe. Ein Scheck- oder Gutscheinmodell passt besser zur Struktur der österreichischen Wirtschaft mit überwiegend kleinen und mittelgroßen Unternehmen.", so Karas weiter.

Konkret schlägt das Hilfswerk vor, es Betrieben bis zu einer gewissen Grenze zu ermöglichen, Kinderbetreuungsschecks an ihre MitarbeiterInnen auszugeben, ohne dass dafür Steuern, Sozialabgaben und Dienstgeberbeiträge anfallen würden. Die Schecks könnten bei anerkannten Trägern von Kinderbetreuungseinrichtungen eingelöst werden, etwa für individuelle Betreuungsangebote wie zum Beispiel Tagesmütter.

Wahlfreiheit fordert Karas auch bei Pflege und Betreuung: "Eine echte Wahlfreiheit bei sozialen Diensten ist nur gegeben, wenn auch die öffentlichen Förderungen fair sind. So werden zum Beispiel in der Pflege die mobilen Dienste immer noch gegenüber den stationären Einrichtungen benachteiligt, die höhere Förderungen erhalten, obwohl die meisten älteren Menschen zu Hause alt werden wollen und diese Art der Pflege für die Öffentliche Hand im Vergleich zu stationären Einrichtungen wesentlich günstiger ist", so Karas.

"Die Angebote müssen auch flexibler werden. Neben der mobilen Hilfe und Pflege daheim sind es betreute und betreubare SeniorInnenwohnungen, die gefragt sind, in einem möglichst selbstbestimmten Umfeld, in überschaubaren Einheiten, in der gewohnten lokalen Umgebung", so Karas weiter. Derzeit zeigt Österreich gerade bei der Kombination von mobiler Pflege und teilstationären Angeboten die größten Defizite. 80% aller SeniorInnen werden von Angehörigen gepflegt. Diese kann man mit mobilen Diensten und teilstationären Angeboten effektiv entlasten (Tagespflege, Urlaubspflege, Kurzzeitpflege). "Die Träger sind bereit, aber sie brauchen eine Finanzierungszusage von den verantwortlichen Ländern.", so Karas abschließend.

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