Messungen beim Augenoptiker

Radio Wien Ausstrahlung am 08.09.2007

Wien (OTS) - Hilfe! Ich habe minus 2 Dioptrien und bin
kurzsichtig! Was bedeutet das?

Die Maßeinheit Dioptrie ist der Kehrwert der Brennweite in Metern. Also sind 2 Dioptrien 1:2=0,5 Meter. Sie sehen alles nur in einem Bereich von max. ½ m scharf. Wir Menschen betrachten gerne Dinge die in der Ferne liegen. Aus dem Blickwinkel des Augenoptikers und Optometristen sehen wir also in die Unendlichkeit, die ab 6 m beginnt. In unserem Beispiel hat das Auge um 2 Dioptrien zu viel, um gut ins Unendliche sehen zu können. Abhilfe schafft ein passendes Brillenglas mit minus 2 Dioptrien. Damit wird der so genannte Fernpunkt von 50 cm vor dem Auge ins "Unendliche" vor das Auge verlegt. Der Blick ist kristallklar und scharf geworden.

Ein Minusbrillenglas ist in der Mitte dünn und am Rand dicker, während ein Plusbrillenglas in der Mitte dicker als am Rand ist. Die Kunst und das Fachwissen des Augenoptikers und Optometristen sind hier in höchst umfangreicher Weise gefordert. Mit Hilfe eines automatischen Refraktometers (heute computergesteuert) oder besser mittels Skiaskopie wird der Grad der Fehlsichtigkeit "objektiv" bestimmt. Die "subjektive" Refraktion (oder Brillenglasbestimmung) mit einer genau einzuhaltenden Gesprächs- und Messtechnik gemeinsam mit der fehlsichtigen Person, ermöglicht die Ermittlung des exakten Korrekturwertes. Ist diese Messung für jedes einzelne Auge vollendet, muss zwingend das Zusammenspiel des Augenpaares mit der ermittelten Stärke sichergestellt werden. Dieser "prescribing" genannte Vorgang ist eine Angleichung, um komfortables Sehen herbeizuführen. Die Überprüfung, ob das Augenpaar beschwerdefrei geradeaus und parallel in die Ferne gerichtet werden kann, bildet den Abschluss der Messung.

Die Wahl der passenden Brillenfassung ist sowohl für den Anwender als auch für den Augenoptiker und Optometristen eine mentale Herausforderung. Neben dem modischen Anspruch ist es die Größe und Form der Brillenfassung, worauf Bedacht zu nehmen ist. Zu große Brillen ziehen unnötig dicke und schwere Gläser nach sich. So ist die Fassungswahl vielfach eine Gratwanderung zwischen Möglichem und Erwünschtem. Zusätzliche Gewichtsreduktion und bessere Transparenz werden durch hochbrechende, oft auch asphärische Brillengläser aus Kunststoff mit Hart- und Antireflexschicht erzielt.

Wie oft soll ich meine Augen messen lassen?

Sobald der Eindruck besteht "schlechter" zu sehen. Bis zum 40. Lebensjahr alle zwei Jahre, ab dem 40. Lebensjahr mindestens einmal pro Jahr. Der Augenoptikermeister und der Optometrist misst sicherheitshalber auch gleich den Augendruck.

Wie funktionieren die Augenmessungen?

Die Augenmessung oder Sehprüfung durch den Augenoptiker umfasst eine intensive Kontrolle des Zustandes Ihrer Augen. Eine ausführliche Anamnese und optometrisches Screening gibt Auskunft über eventuell unerkannte Augenveränderungen.

Eine Computermessung oder ein "Sehtest" allein kann die umfangreiche optometrische Refraktion und Brillenstärkenbestimmung nicht ersetzen. Diese können selbst beim routiniertesten Augenoptiker und Optometristen nicht kürzer als 20 Minuten dauern.

Wann muss man zum Augenarzt?

Die Augenoptiker und Optometristen arbeiten Hand in Hand mit den Augenärzten. Sobald Auffälligkeiten erkennbar sind oder ein Verdacht auf Unregelmäßigkeit besteht, überweist der Augenoptiker und Optometrist seine Kunden und Klienten zur weiteren Abklärung.

Rückfragen & Kontakt:

Landesinnungsmeister Anton Koller, Tel.: 01/51450-2208

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