Repräsentieren statt regieren

Kanzler besucht Israel: Im Nahen Osten nichts Neues Peter Danich

Wien (OTS) - Seit der Übernahme des Kanzleramtes arbeitet Alfred Gusenbauer bemüht an der Erhöhung seiner politischen Reputation (Stichwort: gebrochene Wahlkampfversprechen) - mit bescheidenem Erfolg. Umfragen zeigen: So etwas wie ein "Kanzlerbonus" ist außer Sichtweite. Was also liegt näher als der Versuch, sich auf der außenpolitischen Bühne zu sonnen und Anerkennung einzuheimsen? Anfang dieser Woche hat der Bundeskanzler Israel besucht. Und durfte sich über einen Ehrendoktorhut freuen. Das war es dann aber schon auch. Gesagt hat er dort nicht viel Anderes als österreichische Politiker vor ihm (Vranitzky 1993 und Klestil 1994). Heimische Medien, allen voran der ORF rapportierten es trotzdem brav. Dass Gusenbauer Mitte der achtziger Jahre als SJ-Obmann israelkritische Töne angeschlagen hat, wurde übrigens in der österreichischen Berichterstattung - mit Ausnahme einer schmalen Erwähnung in "Österreich" (!) - gnädig verschwiegen. Die Sozialdemokratie gefiel sich jedenfalls darin, einmal mehr die seligen Kreisky-Zeiten Revue passieren lassen - in absoluter Eintracht mit den palästinensischen Politikern. Außenpolitik sieht anders aus und ist in Österreich zudem ohnehin in guten Händen. Sorgen sollten sich die SPÖ und ihr Kanzler jedenfalls darüber, dass im Nahen Osten die peinlichen antiamerikanischen Ressentiments eines Darabos oder das österreichische OMV-Engagement ein Thema sind. Aber das sind alles keine Themen für den sonnensüchtigen SP-Kanzler, der mit sich als Weltreisender und gelegentlicher Innenpolitik-Moderator höchst zufrieden ist. Um SPÖ-Positionen und ihre öffentliche Artikulation muss er sich ja tatsächlich keine Sorgen machen: Die sind mittlerweile bei Bundespräsident Heinz Fischer in den besten Händen.

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