AK-Präsident Kalliauer: "Qualifizierungsoffensive statt übereilter Öffnung"

Linz (OTS) - Immer lauter werden Stimmen, die ein Ende der Übergangsfristen am Arbeitsmarkt für Bürger/-innen aus den neuen EU-Staaten fordern. Es wird damit argumentiert, dass beim Arbeitsmarktservice (AMS) in Oberösterreich im Augenblick rund 11.000 Stellen gemeldet sind. "Hier halte ich es mit Landeshauptmann Pühringer, der in der Debatte um angebliche Sparziele im Gesundheitssystem von 'politischen Zahlenspielen' gesprochen hat. Wie ihm ist es auch mir 'zu wenig seriös, nur Zahlen zu präsentieren!'", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Wie es nämlich zu den offenen 11.000 Stellen beim AMS kommt, lässt sich schnell klären: "Erstens hat sich das AMS in letzter Zeit bei den Unternehmen verstärkt um die Meldung offener Stellen bemüht, um ihren Anteil bei der Besetzung besser qualifizierter Jobs zu erhöhen und zweitens enthält die genannte Zahl 4431 Stellen, die von Personalleasingfirmen beim AMS gemeldet sind", so Kalliauer. In der Regel meldet der Betrieb, der eine Arbeitskraft sucht, selbst eine offene Stelle beim AMS und beauftragt zusätzlich (oft mehrere) Leasingfirmen mit der Personalsuche. So kommt es zur vielfachen Erfassung eines einzigen Arbeitsplatzes. "Da diese
Trends erst in den letzten Jahren schlagend wurden, dürften sich die tatsächlich freien Stellen also kaum von der letzten Phase der Hochkonjunktur - dem August 2000, als rund 6400 offene Stellen registriert waren - unterscheiden", so Kalliauer weiter.

"Ich lehne die überhastete Forderung nach einem Ende der Übergangsfristen zur Bekämpfung eines Fachkräftemangels ab, weil sie meiner Meinung nach ins Leere geht", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Auch kann von einer Abschottung des heimischen Arbeitsmarktes keine Rede sein. Mit Ende August 2007 waren in Oberösterreich 7193 Arbeitsbewilligungen für neue EU-Bürger/-innen aufrecht. Für die viel zitierten Fachkräfte wurde im Frühjahr ein Kontingent von 800 Personen aus neuen EU-Staaten erlassen. Ende August waren nur 286 dieser Fachkräfte in ganz Österreich (!) tätig.

"Entweder wird der Bedarf bei weitem überschätzt oder versucht, eine Hintertüre für billige Arbeitskräfte aus dem Ausland zu öffnen", stellt Präsident Kalliauer fest. Würden die Übergangsfristen fallen, müsste vor einer Zulassung zum österreichischen Arbeitsmarkt nämlich nicht mehr geprüft werden, ob die konkrete offene Stelle durch eine der 26.000 arbeitsuchenden Person in Oberösterreich besetzt werden kann. "Konzentrieren wir uns zunächst auf die Qualifizierung der 5000 Menschen, die schon über ein Jahr arbeitslos sind. Damit wäre beiden Seiten geholfen", so Kalliauer.

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