Stadt voller Analphabeten

AKNÖ schlägt Alarm

Wien (AKNÖ) - Schätzungen zufolge sind in Österreich bis zu 120.000 Personen Analphabeten. Die Zahl entspricht in etwa der Einwohnerzahl Innsbrucks. Die Niederösterreichische Arbeiterkammer schlägt nun anlässlich des UNESCO Weltalphabetisierungstages am 8. September Alarm und fordert die Beseitigung der Mängel im Schulsystem.

Analphabeten sind in vielen Bereichen ihres Lebens eingeschränkt. "Beipackzettel lesen, Fahrpläne studieren, Bankgeschäfte abwickeln sind für uns Nebensächlichkeiten, für Analphabeten werden sie zur echten Herausforderung", erklärt AKNÖ-Bildungsexpertin Dr. Inge Schwammel. Auch im Berufsleben stoßen Analphabeten auf zahlreiche Hürden. So ist der Erwerb des Führerscheins fast undenkbar, Betriebsanleitungen für Maschinen können nicht gelesen werden und Weiterbildungen werden zur Unmöglichkeit.

Nicht nur MigrantInnen betroffen "Wir werden oft gefragt, wie es dazu kommen kann, dass es trotz Schulpflicht in Österreich Menschen gibt, die nicht lesen und schreiben können", so Schwammel. Dieses Phänomen liegt laut Einschätzung der AKNÖ-ExpertInnen darin begründet, dass das erlernte Wissen, das beim Schulaustritt noch nicht ausreichend gefestigt ist, auch wieder verlernt werden kann. "Schwächen der Schülerinnen und Schüler werden oft zu wenig wahrgenommen, da die Lehrer für individuelle Förderung nicht ausreichend Zeit haben", erläutert Schwammel. Den Lehrerinnen und Lehrern diese Versäumnisse anzulasten hält die AKNÖ-Expertin für unangebracht: "Es krankt am Schulsystem".

AKNÖ fordert Modernisierung des Schulsystems Um das Problem zu lösen fordern die AKNÖ-ExpertInnen die Intensivierung der Förderung von Kindern mit Sprachdefiziten bereits im Kindergarten, die Einführung eines gebührenfreien verpflichtenden Vorschuljahres, die Reduzierung der Schülerzahl in allen Schulklassen und den massiven Ausbau von leistbarer schulischer Nachmittagsbetreuung. "Im Zuge dieser Verbesserungen können vorhandene Schwächen schneller aufgedeckt und Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend individuell gefördert werden", erklärt Inge Schwammel.

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