UGöD: "Ein Bundesgesetz über Gesamtschul-Modellregionen ist keine Demokratiezertrümmerung!"

Unabhängige GewerkschafterInnen (ÖLI-UG) distanzieren sich von Rundschreiben und Presseaussendung der AHS-Vorsitzenden Scholik

Wien (OTS) - Auf klare Distanz zu einem Rundschreiben der Vorsitzenden der AHS-Gewerkschaftsvorsitzenden Scholik geht Reinhart Sellner, selber AHS-Lehrer und Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen (Österreichische LehrerInneninitiative - ÖLI/UG) in der Bundesleitung der AHS-Gewerkschaft der GöD.

Der Hintergrund: Die von Ministerin Schmied ausgeschickte SCHOG-Novelle über die Einrichtung von Modellregionen, in denen Gesamtschulformen über einen längeren Zeitraum erprobt werden können, stößt auf heftigen Protest der AHS-Lehrergewerkschaft. Der Nationalrat soll eine Grundsatzregelung beschließen, einen gesetzlichen Rahmen für die Durchführung der Modell- Mittelschulen. Das erscheint sinnvoll, weil Modellregionen über den Wirkungsbereich eines Schulstandortes hinausgehen.

Im Gegensatz zur AHS-Vorsitzenden sehen die Unabhängigen Gewerk-schafterInnen in diesem der demokratischen Verfassung Österreichs gemäßen Vorhaben keine "Zertrümmerung der Grundrechte von Schülern, Eltern und Lehrern", kein "Abschaffen demokratischer Gremien" und kein "Rauben" demokratischer Rechte, wie Scholik im Rahmen des Rundschreibens behauptet. Standortbezogene Schulversuche sollen auch weiterhin von VertreterInnen der Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen in den Schulgemeinschaftsausschüssen beraten und beschlossen werden.

Die Begutachtungsfrist läuft bis 9.Oktober, die nächste Bundesleitung der AHS-Gewerkschaft tagt am 17.September. Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der ÖLI/UG werden ihre Kritik am Entwurf einbringen.

Sellner nennt als Beispiele:

  • fehlende nachhaltige Budgetierung der Modellregionen
  • keine den neuen Anforderungen der Modelle entsprechenden Fortbildung für LehrerInnen
  • kein Hinweis auf zeitliche oder finanzielle Abgeltung von zusätzlichen Aufgaben
  • keine Pläne zur Vertiefung der LehrerInnenausbildung (10 Semester Universitätsstudium für alle) und zur Anhebung der Gehälter der LandeslehrerInnen
  • keine Garantie gegenüber den AHS-LehrerInnen, von jeder Verschlechterung des Dienst- und Besoldungsrecht Abstand zu nehmen (kein "Downgrading")
  • fehlende Schulraum- und Ausstattungspläne für Modellregionen, insbesondere für die Ganztagesschulen

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der ÖLI/UG wollen zu einer fundierten Stellungnahme der AHS-Gewerkschaft im Begutachtungs-verfahren beitragen. "Wir stehen zu wirklich informativen Rundschreiben an die KollegInnen, zur Mobilisierung für dienst- und besoldungsrechtliche Verbesserungen und für bessere Arbeits-bedingungen von LehrerInnen und SchülerInnen. Parteiideologische Presseaussendungen im Namen der Gewerkschaft lehnen wir allerdings entschieden ab," schließt Sellner.

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Reinhart Sellner, Vertreter der ÖLI-UG in der Bundesleitung
der AHS-Gewerkschaft - reinhart.sellner@blackbox.net
Tel: 01/407 09 85

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