"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Schweigsamer Pilger"

Gespräche des Papstes mit internen Kritikern wären ein wichtiges Signal.

Wien (OTS) - Pilger kommen oft mit konkreten Anliegen in einen Wallfahrtsort. Viele, die am Samstag mit dem Papst nach Mariazell pilgern, haben Wünsche für die Zukunft der Kirche in Österreich: Die Zahl der Katholiken sinkt konsequent, auch wenn es im Vorjahr weniger Kirchenaustritte gab als in anderen Jahren. Die regelmäßigen Messbesucher werden ebenfalls immer seltener. Taufen, Erstkommunionen, Trauungen - überall ist die Nachfrage rückläufig. Zu all dem kommt der Priestermangel: Nur 28 Priesterweihen gab es im Vorjahr.
Natürlich sind das keine Österreich-spezifischen Probleme. Und niemand erwartet vom Papst, dass er die Kirche neu erfindet, um den Katholizismus in der westlichen Welt wieder attraktiver zu machen. Schon gar nicht ist zu erwarten, dass Benedikt XVI. bei seinem Österreich-Besuch revolutionäre Änderungen verkündet. Aber mit den Betroffenen, die sich Sorgen machen, über die Probleme reden - das wäre ein wichtiges Signal.
Gespräche mit Kirchenreformern oder Vertretern anderer christlicher Kirchen sind nicht vorgesehen, weil der Papst als "Pilger unter Pilgern" kommt. Dabei reden gerade Pilger viel miteinander, das macht den beschwerlichen Weg leichter.
Das gilt auch für den Weg der Kirche.

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