Bartenstein: Vorarlberg ist Musterländle bei Lehrlingsausbildung und wirtschaftlicher Entwicklung

Dornbirn (BMWA-OTS) - "Mit dem kräftigen Wirtschaftswachstum von 4,1 Prozent im Vorjahr zeigt uns Vorarlberg, dass es dem dynamischen Musterländle gut geht", sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bei der Eröffnung der 59. Dornbirner Herbstmesse, zu der heuer wieder rund 90.000 Besucher erwartet werden.

"Vorarlberg ist Wachstumskaiser und zeigt auch, wie Lehrlingsausbildung mit viel Erfolg läuft", so Bartenstein. Das kräftige Wirtschaftswachstum im westlichen Bundesland führt Bartenstein auch auf das "Comeback Deutschlands" zurück, zumal Vorarlberg in besonderem Maße von der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands abhängig sei.

"Das Ziel der Bundesregierung, bis 2010 Vollbeschäftigung - also einen 3-er vor dem Komma - in ganz Österreich zu erlangen, ist in Vorarlberg übrigens mit 3,6 Prozent schon erreicht", so Bartenstein weiter.

Angesichts der exzellenten wirtschaftlichen Entwicklung sei, so Bartenstein, das Phänomen zu beobachten, dass die Schere zwischen Lohn- und Kapitaleinkommen weiter auseinander gehe. "Daher habe Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer kürzlich in Alpbach angekündigt, dass die Arbeitnehmer künftig stärker an den Erfolgen ihrer Unternehmen partizipieren sollen. Derzeit sind lediglich sechs Prozent der Arbeitnehmer über Kapitalbeteiligungen an den Unternehmen beteiligt, in Frankreich und Großbritannien sind es 20 bis 30 Prozent". Wichtig sei, dass die Mitarbeiterbeteiligung freiwillig sein müsse und für zusätzlich zum eigentlichen Lohn erfolgen müsse, so der 'Wirtschaftsminister.

Trotz des günstigen Wirtschaftsklimas mahnte Bartenstein, dass der Sparkurs beibehalten werden müsse. "Andere Länder erwirtschaften in konjunkturell guten Zeiten Budgetüberschüsse, wir werden das wohl erst 2010 erreicht haben. Uns geht es gut, aber eben nicht so gut, wie es sein sollte", stellt der Wirtschaftsminister fest.

Der Fachkräftemangel, der auch für die Vorarlberger Unternehmen ein großes Thema ist, müsse zuallererst durch Ausbildung der jungen Leute im Land behoben werden, so Bartenstein, zudem würde derzeit eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive laufen, um Fachkräfte auszubilden. Als dritter Lösungsweg würden Fachkräfte aus dem Ausland nach Österreich geholt. Dabei soll es ab 2009 keine Kontingente oder Verordnungen mehr für Fachkräfte etwa aus Polen, Ungarn oder Tschechien geben", so Bartenstein.

"Über die von einem Regierungsmitglied kürzlich geforderte Berufsmatura für Lehrlinge - und diese kostenlos zu gestalten - bin ich einigermaßen überrascht. Nicht nur, dass es diese Berufsmatura schon gibt. Wir haben 12.000 Absolventen. Zudem ist hier die Unterstützung vor allem durch die Länder sehr groß. Vorarlberg beispielweise zahlt hier 75 Prozent, in der Steiermark sind es 100 Prozent", so Bartenstein.

In Bezug auf die aktuelle Diskussion um das Pensionsantrittsalter erklärt Bartenstein, dass hier die Weichen gestellt seien, die Änderung des Pensionsantrittsalters stünde nicht zur Debatte. Es müsse vielmehr darum gehen, das tatsächliche Pensionsalter an das gesetzliche heranzuführen. "Die bisher vollzogenen Reformen sind Grundlage für die günstige Entwicklung. Immerhin hat sich der Anteil der 55- bis 64-Jährigen Beschäftigten von 31 auf 35 Prozent erhöht." Dieser Trend müsse weitergehen. Bedauerlicher Weise steigen unterdessen die Zahlen der Invaliditätspensionen sprunghaft an. Diese Schlupflöcher müssen gestopft werden", so Bartenstein. "So krank ist dieses Land nicht, in vielen Fällen hat die Pension derzeit nichts mit Invalidität zu tun."

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