Soziale Sicherheit gibt Halt bei Strukturwandel

Wien (OTS) - Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern haben nicht nur zuletzt durch den Beitritt zur Europäischen Union in den letzten Jahren einige Veränderungsprozesse durchlebt. Die Agrarpolitik hat sich aber immer sehr bemüht auch kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe entsprechend zu stärken und zu fördern, wobei natürlich hier auch die Ausgleichszahlungen eine Rolle gespielt haben und heute noch spielen.

"Das so genannte Bauernsterben ist immer wieder ein Thema, das gerne von den Medien aufgegriffen wird und über das sehr gerne diskutiert wird", stellt NR ÖKR Karl Donabauer, Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, fest. "Es stimmt, dass Bauern oftmals ihre Betriebe aufgeben oder verpachten, aber wenn wir uns die ländlichen Regionen ansehen, so gibt es heute in den kleinen Ortschaften auch keinen Lebensmittelhändler, Schmied oder Landmaschinenmechaniker mehr. Auch die Gewerbetreibenden unterliegen einem Veränderungsprozess, der manchmal nur schwer bewältigt werden kann", so Donabauer weiter. Viele junge Menschen sind heute nicht mehr bereit die Verantwortung für ein Unternehmen, egal ob für einen landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betrieb, zu übernehmen und streben den vermeintlich angenehmeren Weg eines unselbstständig Erwerbstätigen an.

Von Seiten der bäuerlichen Sozialversicherung ist natürlich auch dieser Strukturwandel in der Landwirtschaft feststellbar. Konnten im Jahr 1998 in der Pensionsversicherung noch insgesamt 197.071 (Jahresdurchschnittswert) Versicherte 1) gezählt werden, so waren es 2006 nur mehr 169.903. Andererseits stieg die Zahl der Pensionisten von 1998 bis 2006 um 7.991 auf 140.469 (Jahresdurchschnittswerte).

SVB-Obmann Donabauer meint dazu, dass es notwendig ist Maßnahmen zu ergreifen um ein positives Berufsbild im Bewusstsein der Bevölkerung zu schaffen, und dass man die Verantwortung und die Verpflichtung erkennt und nicht tatenlos bei der Abwanderung aus den einzelnen Berufen zusehen darf. "Wir werden uns sehr bemühen müssen und ich werde mich im Rahmen meiner politischen und agrar- und sozialpolitischen Tätigkeit einsetzen, den Betrieben ein ausreichendes Einkommen zu ermöglichen. Die Sozialpolitik ist weiterhin gefordert, wenn es darum geht den aus dem Berufsleben ausgeschiedenen älteren Menschen eine gesunde und sichere Daseinsvorsorge zu sichern. Dann können auch die Jungen eine vernünftige Basis für ihre Betriebsentwicklung vorfinden und nach bäuerlicher Tradition an das Gute denken und an die Zukunft glauben", so der Obmann abschließend.

1) Betriebsführer, hauptberuflich beschäftigte Angehörige, freiwillig Versicherte, Kinderbetreuungsgeldbezieher

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