Wasserstofferzeugung in Ostösterreich - BEWAG zeigt Interesse

Hofer: Nutzung von Strom aus Windparks zur Elektrolyse sichert regionale Energieautonomie

Wien (OTS) - Die FPÖ setzt sich für eine rasche Reform des sogenannten Ökostromgesetzes ein. FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer: "Unter dem Deckmantel des Ökostromgesetzes werden in Österreich derzeit auch hochprofitable Gaskraftwerke großzügig gefördert. Nun ist es natürlich kein Geheimnis, dass Gaskraftwerke umweltfreundlicher sind als Kohlekraftwerke. Trotzdem sollen nach meinen Vorstellungen nur Maßnahmen gefördert werden, die eine höhere Unabhängigkeit Österreichs von fossilen und nuklearen Importen ermöglichen.
Gaskraftwerke erhöhen diese Abhängigkeit weiter."

Hofer bedauert in diesem Zusammenhang den durch die letzte Novelle des Ökostromgesetzes bedingten Stillstand bei der Nutzung von Windkraft. Seit 1. Juli 2006 wurde keine einzige Anlage in Österreich errichtet. Es gibt, so Hofer, keine Rechtssicherheit für Investoren.

In den nächsten Jahren könnte in Österreich jedoch ein besonders interessantes Projekt entstehen. Hofer hat im Nationalrat die Unterstützung für ein Pilotprojekt zur Wasserstofferzeugung mittels Strom aus Windenergie beantragt. Die neue Anlage soll in Ostösterreich entstehen.

Auf der kleinen norwegischen Insel Utsira läuft bereits seit dem Jahr 2004 erfolgreich ein entsprechender Feldversuch. Überschussstrom aus dem Windkraftwerk wird durch Elektrolyse von Wasser in Form von Wasserstoff gespeichert. Darüber hinaus gehender Stromüberschuss wird in das restliche Inselnetz eingespeist. Für die Wasserstoffspeicherung steht ein Druckspeicher zur Verfügung. Ist die Stromnachfrage der Haushalte höher als das Windangebot, so erfolgt eine Rückverstromung des Wasserstoffes durch einen Verbrennungsmotor. Dieser emittiert ausschließlich Wasserdampf. So gibt es rund um die Uhr eine völlig unabhängige und funktionierende Stromversorgung.

Norbert Hofer: "Im Nordburgenland gibt es rund um den Neusiedlersee bereits jetzt eine Reihe von Windparks mit zahlreichen Windkraftwerken. Diese Region ist der optimale Standort für einen Feldversuch in Österreich. Es müssten nicht einmal neue Windkraftwerke gebaut werden. Ich habe bereits mit BEWAG-Vorstandsdirektor Mag. Lukits über das Projekt gesprochen. Die BEWAG ist mit ihrer Tochter Austrian Wind Power an diesem Projekt hoch interessiert. Die Finanzierung kann zum Teil über das 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration erfolgen, dessen Ziel die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der Industrie der Gemeinschaft sowie die Förderung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit ist. Wie in Norwegen soll sich aber auch die Bundesregierung an diesem Projekt beteiligen. Der künftige Nutzen für unsere Volkswirtschaft liegt auf der Hand."

Derzeit sind in Österreich rund 600 Windkraftanlagen mit fast 1.000 MW Leistung in Betrieb. Die Windenergie in Österreich kann damit Strom für rund 550.000 Haushalte liefern. Das realisierbare Potential für Windkraft liegt in Österreich bis zum Jahr 2020 bei rund 3.500 MW. Aufgrund der höheren Leistung neuer Anlagen bedeutet dies bei der Stückzahl der Windkraftwerke eine Steigerung von 80 Prozent, bei der Leistung jedoch eine Verdreifachung auf mehr als 7 TWh.

Norbert Hofer: "Mit der Möglichkeit der Speicherung der Energie aus Windkraftanlagen könnte Österreich wie schon früher bei der Nutzung von Wasserkraft einen Wettbewerbsvorteil erreichen. Wer seine Abhängigkeit von immer teureren fossilen Energieträgern reduziert, kann seiner Wirtschaft und den Privathaushalten künftig im internationalen Vergleich günstigere Energie zur Verfügung stellen."

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0003