Niederwieser zu Neue Mittelschule: Modellregionen werden mit Betroffenen sorgfältig vorbereitet

Wien (SK) - "Nicht nachvollziehbar" sind für SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser einzelne Reaktionen aus der ÖVP über die Vorarbeiten von Bildungsministerin Claudia Schmied zu den Modellregionen für die Neue Mittelschule. "Der Entwurf hat sich bis gestern Mittag immer noch in kleineren Details geändert, und zwar nach meiner Beobachtung vor allem auch wegen der Vorschläge aus Niederösterreich, die sich die einzelnen Schritte einer Umsetzung ihres Modells ebenfalls sehr gut überlegt haben. Jetzt sollten sich alle diese Konzepte einmal gründlich durchsehen und dann ihre Stellungnahme abgeben. Das ist bei einem Thema, das auch mit Emotionen behaftet ist, besonders sinnvoll und so habe ich auch die zurückhaltende Stellungnahme von VP-Klubobmann Schüssel verstanden", so Niederwieser am Mittwoch. Ministerin Schmied hat nicht nur einmal klargestellt, dass die Betroffenen in die Vorbereitungen auf jeden Fall eingebunden werden. ****

Wie angekündigt werden die Modellregionen durch ein international besetztes Team von hochrangigen Bildungsexperten inhaltlich vorbereitet, im Parlament werden die gesetzlichen Voraussetzungen beschlossen, und natürlich werden die einzelnen Modellregionen im intensiven Austausch mit den Betroffenen - LehrerInnen und Eltern -erarbeitet.

Besonders wichtig ist Niederwieser der Hinweis, dass "Modellregionen nicht das Instrument sein können, die gemeinsame Schule in Österreich einzuführen, sondern das sind schon per Definition einige klar abgegrenzte Gebiete. In den Modellregionen wird die Schulentscheidung zwischen Hauptschule und AHS-Unterstufe vom 10. Lebensjahr - was nach Meinung aller ExpertInnen viel zu früh ist - auf später verlagert, und es werden Kinder mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen länger gemeinsam unterrichtet und individuell besser gefördert als bisher. Wer will sich ernsthaft einem solchen Ziel verschließen?" Die Modellregionen können nicht von oben verordnet werden, sondern müssen von den Landessschulräten beantragt werden. In deren Kollegien entscheiden die Schulpartner mit.

Weiters gibt es ein eigenes wissenschaftliches Evaluationsteam sowie das neu gegründete Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), das die Modellprojekte wissenschaftlich begleiten wird. Im Rahmen von Schulgipfeln ist außerdem die breite öffentliche Information und Debatte mit Schulpartnern, Sozialpartnern sowie Vertreter der Länder und Gemeinden vorgesehen, erläutert Niederwieser. "Niemand soll sich von vornherein diesem Projekt verweigern, sondern mitarbeiten. Sonst bekäme ich den Eindruck, einige wollen Ministerin Schmied aus Neid keinen Erfolg gönnen oder nicht mehr zu dem stehen, was in den Koalitionsverhandlungen ausgemacht wurde. Aus allen Parteien habe ich schon Stimmen vernommen, dass die frühe Trennung der Kinder entwicklungspsychologisch und bildungspolitisch nicht richtig ist und das stimmt zuversichtlich", so Niederwieser abschließend. (Schluss) ah

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