Globale Herausforderungen nur mit starkem öffentlichen Dienst zu schaffen

Weltkongress der Internationale der Öffentlichen Dienste in Wien

Wien (GdG/ÖGB) - "Den großen globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts - Klimawandel, Ungleichheit, HIV/AIDS und die Verwirklichung der UN-Millenniumsziele - kann nur mit starken öffentlichen Diensten begegnet werden", stellt Hans Engelberts, Generalsekretär der Internationale der öffentlichen Dienste (IÖD), fest. Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Jahrhundertkongresses der IÖD, der vom 24. bis 28. September im Messezentrum in Wien tagt, sagte Hans Engelberts, dass die freie Marktwirtschaft nicht imstande sei, die großen globalen Bedrohungen zu bewältigen.++++

Öffentliche Dienste, so Engelberts, seien bereits in der Vergangenheit eingesprungen, als der Privatsektor versagte, und befänden sich heute in der einzigartigen Position, es mit den globalen Herausforderungen aufnehmen zu können. "Am Ende des 19. Jahrhunderts waren die privaten Unternehmen in den Bereichen Wasser, Müllabfuhr, Energieversorgung und Transport auf allen Ebenen gescheitert, den Bedürfnissen der wachsenden Städte gerecht zu werden. Nach dem zweiten Weltkrieg bildeten die öffentlichen Dienste den Kern des wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbaus in Europa und legten damit den Grundstein für den Wirtschaftsaufschwung", so der IÖD-Generalsekretär.

Die Herausforderungen von damals konnten nur mit starken öffentlichen Diensten bewältigt werden. Engelberts: "Heute stehen wir vor ähnlichen Problemen, inzwischen allerdings von globalem Ausmaß. Doch wie in der Vergangenheit erweisen sich die gewinnorientierten Konzerne als unfähig, Probleme wie Armut, HIV/AIDS, Migration, Ungleichheit und Klimawandel in Angriff zu nehmen, während sich die öffentlichen Dienste gemeinsam mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft heute wieder in der einzigartigen Position befinden, zu ihrer Bewältigung beizutragen."

In einem Monat feiert die IÖD auf ihrem alle fünf Jahre und diesmal in Wien stattfindenden Weltkongress, zu dem mehr als 1.000 TeilnehmerInnen erwartet werden, ihren 100. Geburtstag. Der Verband vertritt rund 650 Gewerkschaften mit mehr als 20 Millionen Mitgliedern in 154 Ländern. Der Kongress wird sich mit einer Bandbreite von Themen befassen, darunter qualitativ hochwertige öffentliche Dienste, Migration, Klimawandel, Gleichstellung und Vielfalt, Korruption, verantwortungsbewusste Regierungsführung und globale Institutionen, Wasser, Privatisierung, Gewerkschafts- und ArbeitnehmerInnenrechte, globale Gewerkschaftssolidarität, Renten und die Einbindung junger ArbeitnehmerInnen in die Gewerkschaften.

Auf dem IÖD-Kongress wird auch ein Buch über die Geschichte der IÖD mit dem Titel "Kampf für öffentliche Dienste: Für ein besseres Leben und eine bessere Welt" präsentiert. Die Organisation hat einen "Hundertjahr-Solidaritätsfonds" eingerichtet, mit dem Gewerkschaften unterstützt werden sollen, die mit schweren Vergehen gegen die Gewerkschafts- und Menschenrechte konfrontiert sind, und der für dringende humanitäre Hilfe für die Opfer von Naturkatastrophen eingesetzt werden soll.

Weitere Informationen im Internet unter:
www.psi100.org (Website IÖD-Kongress 2007)
www.world-psi.org (IÖD-Website)

ÖGB, 5. September 2007 Nr. 519

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