24-Stunden-Bereitschaft im niedergelassenen Bereich

Wien (OTS) - Dr. Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich, begrüßt grundsätzlich den Vorstoß von Bundesministerin Kdolsky, eine Entlastung der Spitalsambulanzen durch eine Verbesserung der Kooperationsmöglichkeiten von niedergelassenen Ärzten im Kassenbereich zu erreichen.

Reisner stellt jedoch klar, dass die in diesem Zusammenhang angestrebte "Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft", wonach sich zwei Ärzte im Zwölf-Stunden-Takt in einer Gruppenpraxis abwechseln, nur eine Illusion sein kann: "Unter Berücksichtigung der medizinisch vertretbaren Arbeitszeiten der Ärzte bedarf es zur Aufrechterhaltung eines Sieben-Tage-Dienstrades rund um die Uhr mindestens sechs Ärzte. Dabei ist jedoch eine Parallelarbeit von zwei Ärzten nicht möglich. Aus den Ordinationen würden so kleine Krankenanstalten entstehen, die für niemanden Sinn machen und deren Betrieb sich auch nicht finanzieren ließe."

Um die Spitalsambulanzen zu entlasten bedarf es für Reisner lediglich der Erhöhung der Attraktivität des niedergelassenen Bereichs für die Patienten. Ein Problem sei die durchaus verständliche Tatsache, dass Ordinationen dann geschlossen sind, wenn Ärzte in Einzelpraxen am Ende ihres persönlichen Leistungsvermögens angelangt sind. "Dies lasse sich jedoch nicht durch eine Novellierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Gruppenpraxen lösen, die laut Kdolsky Gesellschaftsformen ermöglichen würden, bei denen sich Ärzte gegenseitig anstellen können", so Reisner weiter. Die Lösungsmöglichkeit liegt aus seiner Sicht vielmehr in schlanken Regelungen, wie etwa einer erweiterten Vertretungslösung, bei der Ärzte nicht nur tageweise vertreten werden können, sondern bei der es auch zu Stoßzeiten Parallelarbeit geben darf.

"Das derzeit in Niederösterreich angebotene Modell der erweiterten Vertretung erfreut sich bei der Ärzteschaft großer Beliebtheit. Nämlich gerade in den zahlreich vorhandenen Ordinationen, die eigentlich mehr erfüllen als die Versorgung, die für nur einen einzigen Kassenvertrag vorgesehen ist." So gesehen ist diese Regelung nicht nur für die Patienten ideal, sondern mit großem Abstand am kostengünstigsten für das System. "Lediglich eine Parallelarbeit ist noch nicht möglich. Gerade diese Möglichkeit könnte jedoch die Attraktivität der Ordinationen am stärksten erhöhen und würde gleichzeitig wesentlich geringere Mehrkosten als alle anderen Ansätze nach sich ziehen. Nur so wäre es möglich, Arbeitsspitzen zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Tagen auszugleichen und wesentlich patientenorientierter arbeiten zu können."

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