Glawischnig zu Ökostrombericht: altes Gesetz Hui, neues Pfui

"E-Control-Chef Boltz betreibt das Geschäft der Atomlobby"

Wien (OTS) - "Der gestern von der E-Control veröffentlichte
Bericht über die Entwicklung des Ökostrom in Österreich belegt eindrucksvoll, dass das ursprüngliche Gesetz aus 2002 ein Erfolgsmodell war, bevor es von ÖVP und SPÖ zerschlagen wurde", so Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen. Die Schlussfolgerung von E-Control-Chef Boltz, wonach es gar keinen Ausbaustopp für Ökostrom gebe und die Fördermittel auch nicht angehoben werden müssten, sei jedoch die glatte Unwahrheit, so Glawischnig. "Der gestern präsentierte Ausbauboom bezieht sich allein auf jene Anlagen, die 2004 genehmigt wurden und noch im Laufe des Jahres 2007 ans Netz gehen. Die von ÖVP und SPÖ im Jahr 2006 durchgezogene Gesetzesänderung bedeutet einen Ausbaustopp bei Neuanlagen, das ist ein belegbares Faktum", so Glawischnig. "Boltz betreibt mit seinen Anti-Ökostrom-Aussagen das Geschäft der Atomlobby. Denn wer gegen Ökostrom ist, will mehr Atomstrom importieren", kritisiert Glawischnig. Sie verlangt eine Klarstellung von Bundeskanzler Gusenbauer, Umweltminister Pröll und Energieminister Bartenstein, ob es sich bei den Aussagen der E-Control um die Privatmeinung des Herrn Boltz oder die Linie der Bundesregierung handelt.
Die Grünen erneuern ihre Forderung nach einer raschen Reparatur des Ökostromgesetzes und mindestens eine Verdreifachung der Ökostromfördermittel von derzeit 17 Mio. auf 50 Mio. Euro pro Jahr. "Ohne einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien kann der Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle in der Stromerzeugung bis 2020 nicht gelingen, auch die Regierungsziele im Bereich erneuerbare Energien würden glatt verfehlt werden", so Glawischnig. Zustimmend äußert sich die Grüne Vizechefin bei der Forderung von Boltz nach mehr Energieeffizienz. "Eine Effizienzrevolution und der Stopp des starken Stromverbrauchswachstums sind die nötige zweite Säule der Energiewende."

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