ÖAMTC unterzieht fünf "Öko-Fahrzeuge" sechs Monate lang hartem Praxistest

Was alternative Antriebe im Labor versprechen und im Alltag wirklich halten

Wien (OTS) - Erdgas, Flüssiggas, Ethanol, Voll-Hybrid, Mild-Hybrid - "Alternativen zum Sprit auf Mineralölbasis, die sauberer verbrennen oder aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden, sind längst Realität. Wie effektiv sie im Alltagsverkehr tatsächlich sind, müssen sie aber erst unter Beweis stellen", sagt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Ein halbes Jahr lang schickt der ÖAMTC gemeinsam mit seinem deutschen Schwesterclub ADAC sechs Fahrzeuge auf Reise. Der Dauereinsatz soll zeigen, ob die neuen Techniken im Straßenverkehr auch halten, was sie in der Theorie versprechen.

Erprobt werden Fahrzeuge mit Erdgas (CNG), Flüssiggas (LPG) und Ethanol als alternative Kraftstoffe, Voll-Hybrid und Mild-Hybrid für neue Antriebskonzepte und als Referenzmodell ein Dieselfahrzeug. Getestet wird im normalen Alltagsbetrieb. "Dabei wird vor allem interessant sein, ob das noch lückenhafte Erdgas-Tankstellennetz ausreicht oder der ungewohnte Tankvorgang Probleme macht. Auch Autogaszapfen (LPG) kann eine Herausforderung werden. Derzeit gibt es noch sehr wenige Tankstellen in Österreich", sagt der ÖAMTC-Cheftechniker. Und auch die Infrastruktur für Ethanol steckt noch in den Kinderschuhen, wobei ab 1. Oktober 2007 40 Tankstellen österreichweit in Betrieb gehen.

Nicht ganz unwesentlich wird auch die Kostenfrage sein. "Letztendlich ist es eine Sache des Preises, ob sich ein alternatives Konzept auf Dauer durchsetzt oder nicht", ist Lang überzeugt.

Das sind die sechs Fahrzeuge im Dauertest

* VW Touran Eco Fuel (Erdgas CNG): Im reinen Erdgasbetrieb reicht ein Tank für zirka 310 Kilometer, danach wird automatisch für etwa weitere 150 Kilometer auf Benzin umgeschaltet. Laut VW verbraucht der Touran 5,8 Kilo Erdgas auf 100 Kilometer. "Rechnet man benzinadäquat kostet ein Erdgaskilometer derzeit rund die Hälfte eines Benzinkilometers. Zudem verbrennt Gas nicht nur sauberer als Benzin, es verspricht auch eine Senkung der CO2-Werte um zirka 20 Prozent", weiß der ÖAMTC-Cheftechniker. Ob das Fahrzeug hält, was die Hersteller versprechen, wird sich im Test zeigen.

* Subaru Outback 2.5i ecomatic (Flüssiggas LPG): Das flüssige "Abfallprodukt" aus der Erdöl- und Erdgasgewinnung verspricht zirka zehn Prozent weniger CO2-Emissionen. Autogas ist um rund 40 Prozent billiger als Superbenzin, allerdings bei einem Mehrverbrauch von ungefähr 30 Prozent.

* Ford Focus FFV Flexifuel (Ethanol): Ethanol ist Kraftstoff auf Alkoholbasis, der sich aus heimischen Pflanzen wie Getreide oder Zuckerrüben gewinnen lässt. An den Tankstellen wird der Biosprit als E85 angeboten (= 85 Prozent Ethanol, 15 Prozent Superbenzin). Beim Ökosprit (E85) ist mit einem Mehrverbrauch von etwa 30 Prozent zu rechnen. Der voraussichtliche Preis an den Tankstellen wird daher rund 30 Prozent billiger als Superbenzin sein. Ob Ethanol CO2-neutral verbrennt, hängt stark vom Herstellungsprozess ab.

* Toyota Prius 1.5 Hybrid (Voll-Hybrid): Seit drei Jahren zählt der Prius beim ÖAMTC-EcoTest zum saubersten Auto Europas. Laut Hersteller hat sich - verglichen mit herkömmlichen Benzinmotoren der jeweiligen Leistungsklasse - seit Einführung des Toyota-Hybrid weltweit der CO2-Ausstoß um rund 3,5 Millionen Tonnen verringert. Beim Voll-Hybrid (Benzin- und Elektromotor sorgen gemeinsam für den Antrieb) dient der Elektromotor nicht nur zur Unterstützung des Verbrennungsmotors, sondern übernimmt beim Anfahren oder auf Knopfdruck auch den alleinigen, lautlosen Antrieb des Fahrzeuges.

* Honda Civic 1.3i-DSi Hybrid (Mild-Hybrid): Den Unterschied zum Prius macht der kleiner dimensionierte Elektromotor aus, der dem Benzinmotor praktisch nur zur Unterstützung dient. "Das hilft Benzin sparen. Gegenüber dem aufwändigen Voll-Hybridkonzept ist das Konzept des Mild-Hybriden technisch einfacher umzusetzen und kostengünstiger", sagt der ÖAMTC-Cheftechniker.

* Skoda Octavia RS TDI (Diesel): Skoda präsentiert sich im ÖAMTC-EcoTest als sauberster Diesel der Mittelklasse. Er verbraucht auf 100 Kilometer (in Relation zur Fahrzeuggröße) moderate 5,7 Liter. "Ob der Oktavia im Alltag hält, was er auf dem Prüfstand verspricht, erfahren wir spätestens in sechs Monaten", so der ÖAMTC-Cheftechniker abschließend.

Nähere Informationen zum CO2-Marathon findet man auf der ÖAMTC-Homepage unter www.oeamtc.at.

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