"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: "Wo bleibt das Konzept?"

Die Große Koalition darf die Zuwanderungspolitik nicht länger verschlafen.

Wien (OTS) - Es geht bitte nicht, dass wir wegen einigen
benötigten Schweißern monatelang diskutieren", kritisierte Böhler-Chef Claus Raidl vor Monaten. Die Schweißer sind zum Teil da, dafür fehlt‘s jetzt woanders. Nach langem Gezerre erhöht Innenminister Platter die Quote für ausländische Schlüsselarbeitskräfte.
Zurück bleibt Frust. Bei vielen Unternehmern - weil alles so langsam geht. Bei vielen Arbeitnehmern - die mehr Konkurrenz fürchten. Grund für das Unbehagen ist auch, dass Österreich (obwohl 16 Prozent der Bevölkerung einen ausländischen Background hat) kein klares Einwanderungs- und Integrationskonzept hat. Da wird in der Koalition - selbst innerhalb von Rot und Schwarz -lieber gestritten, bis sich keiner mehr auskennt.
So lange viele ÖVP-Politiker den Satz "Österreich ist ein Einwanderungsland" nicht locker über die Lippen bringen, sind keine klaren Einwanderungskriterien zu erwarten. Bei Teilen der SPÖ wiederum verblüfft nach wie vor die Abneigung, irgendwelche Probleme einzugestehen. Schade, sonst könnte man neben Herausforderungen durch Zuwanderung auch deren Chancen debattieren - anstatt sich von Rechts eine simple Minarett-und Kopftuchdebatte aufzwingen zu lassen.

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