"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Menscheln ist zu wenig"

ÖVP-Ministerin Andrea Kdolsky muss politisch bald etwas weiterbringen.

Wien (OTS) - Ja, Andrea Kdolsky hat es mit PR-Auftritten in
eigener Sache übertrieben. Ja, Andrea Kdolsky hätte sich nicht im Radio zu Scheidung und neuer Beziehung äußern sollen. Ja, eine Familienministerin muss in einer solchen Angelegenheit sensibel sein.
Aber abdanken muss sie deswegen nicht, wie manche Schwarze hinter vorgehaltener Hand und der erzkonservative ÖVP-Mann Vincenz Liechtenstein öffentlich meinen (was kurios ist, weil er selbst seine Ehe vom Vatikan annullieren hat lassen). Grundsätzlich tun der Volkspartei, der gesamten heimischen Szene Politikerinnen wie Kdolsky gut. Die meisten ihrer Repräsentanten geben sich ja so, als wäre ihnen alles Menschelnde fremd.
Zu messen wird Kdolsky an ihren politischen Taten sein. Mit denen hat sie bisher nicht überzeugt. Bei den Kindergeld-Rückforderungen gibt es Pallawatsch. Ihr Plan, im Gesundheitsbereich 2,9 Milliarden Euro umzuschichten, war gedacht, um das Trennungsouting vergessen zu machen. Entsprechend undurchdacht war er. Auch ihre Forderung, die Pflegekosten steuerlich absetzen zu können, wurde nicht einmal in der eigenen Partei goutiert. Kdolsky sollte inhaltlich bald etwas weiterbringen. Sonst wird Liechtenstein nicht der Einzige bleiben, der sagt, sie sei rücktrittsreif.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001