Heinzl: Mariazellerbahn schön langsam ein Sicherheitsrisiko

Dringend notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen werden von den ÖBB weiter hinausgezögert

St. Pölten, (SPI) - "Die jüngste ‚Beinahe-Katastrophe’ auf der Mariazellerbahn im Bereich der Bergstrecke zwischen Puchenstuben und Gösing hat es klar und deutlich gezeigt. Die Infrastruktur auf der beliebten Schmalspurstrecke in den Wallfahrtsort Mariazell ist krass veraltet und braucht schon seit Jahren dringend notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Die ÖBB haben in den letzten Jahren ihre Mittel für die Nebenbahnen drastisch zurückgeschraubt, das Ergebnis ist nicht nur ein schleichender Verfall vieler Strecken, sondern auch eine Zunahme des Sicherheitsrisikos für die Reisenden", so der St. Pöltner SPÖ-Nationalrat Anton Heinzl zum jüngsten Eisenbahnunglück auf der Mariazellerbahn. ****

Am Donnerstag vergangener Woche war ja ein Personenzug auf der Talfahrt zwischen Puchenstuben und Gösing aus den Schienen gesprungen, die Garnitur kam nur wenige Meter vor einem mehr als hundert Meter tiefen Abhang zum Stehen. "Es hat nicht viel gefehlt und der ganze Zug wäre in den Abgrund gestürzt. Fachleute vermuten Materialermüdung im Bereich des Oberbaus, die Jahrzehnte alten Schwellen sind vielerorts schon derart desolat, dass sie das Gewicht des Zuges nicht mehr halten konnten, die Geleise gaben einfach nach. Dieses Ereignis ist umso bedenklicher, als ich persönlich vor wenigen Wochen in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Verkehrsminister Werner Faymann die Versicherung erhalten habe, dass es im Bereich der Betriebssicherheit für Infrastruktur und Wagenmaterial seitens der ÖBB keine Bedenken gäbe. Für die ÖBB ist also offenbar alles in Ordnung - da muss noch Gröberes passieren, bis die Herren endlich aufwachen", zeigt sich Heinzl über die Ignoranz des ÖBB-Managements massiv verärgert.

Doch nicht nur die ÖBB, auch das Land Niederösterreich ist gefordert. "Seit mehreren Jahren ist das Land Niederösterreich und in Person Landesverkehrsreferent Erwin Pröll oberste Aufsichtsbehörde und damit auch verantwortlich für die Sicherheit auf den Nebenbahnen in unserem Bundesland verantwortlich. Auch Pröll schaut dem schleichenden Verfall der Strecken seit Jahren zu und dringend notwendige Investitionen werden verschleppt. Bei den Eisenbahnkreuzungen ist Pröll nach Jahren endlich aufgewacht und macht, wofür er zuständig ist. Nun braucht er auch im Bereich der Nebenbahnen eine ‚Erweckung’. Bei der Mariazellerbahn sind die Fahrgäste vergangene Woche haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt - Ursache ist das seit Jahren in Niederösterreich gehegte Desinteresse gegenüber diesen Bahnlinien. Ich hoffe nur, dass es auf diesen Strecken nicht auch ein paar Toter bedarf, bis endlich etwas geschieht", so Heinzl. (Schluss) fa

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