Dritter Teil der "Universum"-Serie über Indiens "Fluss des Lebens"

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Wasserwildnis" führt am Dienstag,
dem 4. September, um 20.15 Uhr in ORF 2 der dritte und letzte Teil der "Universum"-Serie "Ganges - Fluss des Lebens" ins Mündungsgebiet des Ganges - in eine riesige Sumpflandschaft, wo die Grenzen zwischen Wasser und Land verschwimmen. Sabine Holzer hat die Dokumentation von Ian Gray und Dan Rees deutsch bearbeitet.

In Bangladesch mündet der größte Zufluss des Ganges in Indiens heiligen Fluss - den Brahmaputra. Wenig später fächert sich der Ganges in Hunderte Arme auf und bildet das größte Mündungsdelta der Erde. Hier, an der Grenze von Indien und Bangladesch, erstreckt sich auch der größte Mangrovenwald der Erde, die Sundarbans.

Das 6.000 Quadratkilometer große Ökosystem wurde 1987 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Diese Landschaft ist einer der wildesten Plätze auf unserem Planeten und vielleicht auch der letzte Zufluchtsort der Tiger. In diesem Refugium der Sundarban-Tiger leben auch riesige Schlangen und Krokodile neben gigantischen Herden von Axishirschen und Affen.

Gleichzeitig zählt das Delta zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Erde. Hier haben ausgedehnte Reisfelder über weite Strecken die Naturlandschaft verdrängt, aber manche Tiere haben gelernt, von der Landwirtschaft zu profitieren. Wo sich in den Feuchtgebieten Frösche und Schnecken im seichten Wasser tummeln, sind auch die Klaffschnäbel nicht weit. Die Klaffschnäbel gehören zur Familie der Störche, und wie die Weißstörche in Europa nisten auch ihre asiatischen Verwandten gern inmitten von Dörfern und gelten ebenfalls als Glücksbringer, denn eine gesunde Storchenpopulation ist auch ein Zeichen für die Gesundheit der Felder.

Im Gangesdelta wird auch großteils noch auf traditionelle Art gefischt. Hier machen sich die Fischer die Tauchkünste des indischen Fischotters zunutze. Seit Generationen züchten die Fischer im Delta Otter, die an der langen Leine für sie die begehrte Beute aus dem Wasser holen und für ihre Dienste ebenfalls gut mit Fisch versorgt werden.

Die Menschen versuchen seit Ewigkeiten, das Gangesdelta für ihre Zwecke zu nutzen, dennoch ist hier der Fluss die alles bestimmende Kraft. Wenn während des Monsuns monatelang sintflutartige Regenfälle über dem Norden Indiens niedergehen, steigt der Wasserspiegel des Ganges um bis zu acht Meter an. Das Wasser unterspült die sandigen Steilufer bis sie abbrechen und oft ganze Dörfer davongespült werden. Die lokale Bevölkerung muss sich während der Regenzeit bereithalten, ihre Heimat in kürzester Zeit zu verlassen, denn Jahr für Jahr sucht sich der Fluss einen anderen Lauf.

Auch die Tierwelt der Sundarbans drängt sich während des Monsuns auf vergleichsweise winzigen Flecken zusammen. Nun führt der Fluss allein so viel Wasser, dass bei Einsetzen der Flut der Mangrovenwald fast zur Gänze überschwemmt wird. Aber wann immer der Ganges Leben vernichtet, bringt er neues hervor, und wenn er ein Stück Land abträgt, schwemmt er anderswo wieder Schlamm an und schafft neuen Lebensraum für Tier und Mensch.

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