Kinderbücher aus China - ein Gesundheitsrisiko?

Chinesische Druckfarben möglicherweise gesundheitsgefährdend

Wien (Verband Druck & Medientechnik) - Die europäische
Druckbranche ist besorgt über den steigenden Import von Kinderbüchern aus nichteuropäischen Ländern, vor allem aus China.

Vor kurzem gingen Berichte von Kinderspielzeug aus China, das europäische Standards für Spielzeug nicht erfüllt hatte und deshalb zurückgerufen werden musste, durch die Medien. In einem Fall handelte es sich um Kalender, die wegen bleihaltiger Druckfarben aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Solche Berichte geben Anlass zur Besorgnis, dass Kinderbücher aus China ähnliche Gefahren für die Gesundheit aufweisen.

KommR Michael Hochenegg, Präsident des österreichischen Verbandes Druck & Medientechnik: "Diese Berichte beunruhigen uns. Kinderbücher, besonders solche für Kleinkinder, sind aufwändig hergestellte Produkte. Neben dem normalen Druck werden verschiedene andere Verfahren eingesetzt, um die Sinne zu stimulieren, beispielsweise Gold- oder spezielle Lackeffekte. Für diese Veredelungsprozesse wird meistens das Siebdruckverfahren eingesetzt. Vor allem in Asien können die verwendeten Druckfarben potenziell gesundheitsgefährend sein, und es gibt praktisch keine Kennzeichnungspflicht für gefährliche Substanzen."

Schon im März 2006 hatte die Vereinigung der europäischen Siebdruckmaschinenhersteller (ESMA) in einem Positionspapier auf die Gefahren von Siebdruckfarben - diese kommen auch im Textildruck zur Anwendung - außerhalb Europas hingewiesen. Im Gegensatz zu China gibt es innerhalb der EU ein dichtes gesetzliches Netzwerk, innerhalb dessen die europäische Druckbranche arbeitet. Diese Gesetze und Verordnungen garantieren hohe Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards in Europa und tragen auch der sozialen Verantwortung für die Mitarbeitern in den Betrieben Rechnung. Die neue REACH-Verordnung der EU wird diese Zielsetzungen noch weiter unterstützen. Darüber hinaus verzichten die europäischen Hersteller von Druckfarben bereits seit einigen Jahren freiwillig auf die Verwendung einer Reihe von möglicherweise gesundheitsgefährenden Stoffen.

Der europäische Dachverband der Druckverbände, die Intergraf, hat vor kurzem eine Studie über die Entwicklung der chinesischen Druckbranche durchgeführt. In Bereichen wie Gesundheit und Sicherheit, Qualität und Umweltschutz war es dabei nahezu unmöglich, verbindliche Informationen über geltende Bestimmungen und deren Einhaltung zu erhalten. Dazu Hochenegg: "Der europäische Konsument muß sich auch in Zukunft darauf verlassen können, dass Druckprodukte gesundheitlich unbedenklich sind. Wir fordern daher, dass europäische Sicherheits- und Umweltnormen für alle in die EU importierten Druckprodukte zur Anwendung kommen müssen!"

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