Haberzettl: Arbeitsmarktöffnung natürlich an Bedingungen geknüpft

Geben Wirtschaft die Gelegenheit zu zeigen, dass sie Lehrlingsausbildung ernst nimmt

Wien (FSG) - "Wir werden uns genau anschauen, in welchen Branchen eine Öffnung des Arbeitsmarktes ab 2009 für Beschäftigte aus den neuen EU-Beitrittsländern vorstellbar ist. Klar ist aber, dass wir diese Bereitschaft daran knüpfen, ob Wirtschaft und Politik auch bis dahin ihre Hausaufgaben erledigen", sagt der Vorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) und stellvertretende vida-Vorsitzende Wilhelm Haberzettl. Zu diesen Hausaufgaben gehöre die Intensivierung der Lehrlingsausbildung. Auch beim Blum-Bonus erwartet sich Haberzettl von der Arbeitgeberseite eine Reformbereitschaft.++++

"Klar ist, dass wir eine Lösung finden müssen, um beim Blum-Bonus weg von den hohen Mitnahmeeffekten zu kommen. Die derzeitige Gießkannen-Förderung ist sicher nicht die optimale Lösung", sagt Haberzettl. Alle Betriebe sollten in einen Fördertopf einzahlen, jene, die Lehrlinge ausbilden, daraus Geld erhalten, skizziert Haberzettl die Vorstellung der Gewerkschaft. Gewährleistet müsse dabei auch sein, dass es sich um qualitativ hochwertige und zukunftsorientierte Ausbildungen handelt. "Derzeit ist der Blum-Bonus ja so ausgestaltet, dass sogar Skandalbetriebe wie jener Friseurbetrieb in Villach, der seinen Lehrlingen quasi den ‚Kauf des Lehrverhältnisses’ abverlangt, in den Genuss der Förderung kommen können. Das muss sich dringend ändern."

Zusätzlich werde man genau prüfen, ob die Betriebe aus den Branchen mit angeblichem Fachkräftemangel auch die Lehrausbildung verstärkt hätten. "Aus dem Verhalten der Wirtschaft in den vergangenen Jahren lässt sich schließen, dass bislang bei weitem nicht alle möglichen Anstrengungen unternommen wurden, um der Jugend eine gute Ausbildung zu geben." Das zeige der deutliche Rückgang an Lehrstellen, der seit den 80ern festzustellen sein. "Die Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen. Die Wirtschaft muss uns jetzt beweisen, dass sie diesen Grundsatz lebt. Wenn nur nach billigen Arbeitskräften aus dem Ausland verlangt wird, ohne dass die Lehrlingsausbildung im Inland intensiviert wird, werden wir natürlich nicht zustimmen", sagt Haberzettl.
(Schluss)

FSG, 30. August 2007 Nr. 41

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