"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Zu Tode gedoktert"

Vom Plan des Kanzlers zur Studiengebührenbefreiung ist nicht viel geblieben.

Wien (OTS) - Sie waren die einzigen in der rot-schwarzen Koalition der Streithanseln, die harmonierten. Jetzt liegen auch SPÖ-Bildungsministerin Schmied und ÖVP-Wissenschaftsminister Hahn im Clinch. Dieser hatte dem KURIER gesagt, nur wer klassische Nachhilfe gibt, werde von der Studiengebühr befreit. Für Studienberatung gelte das nicht. Mit Schmied sei das abgesprochen. Stimmt nicht, repliziert diese. Stimmt doch, kontert Hahn.
Faktum ist: Vom Plan des Kanzlers, die Studiengelder durch Sozialdienst zurückzubekommen (weil er mit der Abschaffung der Gebühr an der ÖVP gescheitert war), ist nicht viel geblieben. Zuerst wurde sie auf Nachhilfe und Studienberatung reduziert, jetzt fällt auch letzteres weg. Kein Wunder.
Das von Hahn im Mai präsentierte Modell ist nicht nur ob des Verwaltungsaufwands unpraktikabel. Er selbst befand damals, die rechtliche Konstruktion sei kompliziert. Die Hochschülerschaft wollte, auch weil sie nicht mitreden durfte, die Sache nicht administrieren. Ebenso, weil sie sich zu Recht gegen "Dumping-Lohn" von sechs Euro pro Stunde verwahrt.
Bei den Studiengebühren gibt es kein Mittelding. Entweder man schafft sie ab oder man belässt sie. Alles andere ist sinnlose Herumdokterei.

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