Schatz zu Mitarbeiterbeteiligung: Nur konstante, höhere Löhne bringen mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Unternehmensgewinne

Molterer und Bartenstein wollen ArbeitnehmerInnen für dumm verkaufen

Wien (OTS) - "Mit dem heutigen Vorstoß will die ÖVP die ArbeitnehmerInnen in diesem Land für dumm verkaufen" kommentiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, die heute präsentierten Vorschläge der Minister Molterer und Bartenstein. Hier gehe es keinesfalls darum, wirklich die Entwicklung der Realeinkommen unselbstständig Erwerbstätiger den stark wachsenden Gewinnen der Unternehmen anzunähern, sondern nur der Wirtschaft fixe Personalkosten zu ersparen. "Flexiblen Lohnbestandteilen ist nun einmal anheim, dass sie flexibel sind. Und dass auch diese Flexibilisierung wieder voll auf Kosten der ArbeitnehmerInnen geht, ist leider wahrscheinlich", kritisiert Schatz.

"Den ArbeitnehmerInnen soll unternehmerisches Denken eingepflanzt werden. Indem sie selbst am Unternehmen oder dem Gewinn beteiligt werden, erwartet man von Ihnen eine Shareholder Mentalität. Doch wie soll das funktionieren, liegen doch z.B. niedrige Personalkosten und damit niedrige Löhne zentral im Interesse der Unternehmensführung, aber logischer Weise nicht im Interesse der ArbeitnehmerInnen",erläutert Schatz. Auch die Annahme, eine Beteiligung am Unternehmen brächte den MitarbeiterInnen mehr Mitsprache ist falsch. In der Regel sind die Anteile zu gering, um wirklich in betriebliche Entscheidungen eingreifen zu können. Und schließlich wäre es durchaus möglich, dass ein direkt am Unternehmen beteiligter Mitarbeiter mit dem Bankrott der Firma nicht nur seinen Arbeitsplatz, sondern auch noch sein in Firmenanteilen feststeckendes Vermögen verliert.

Dass jede Gewinn- oder Unternehmensbeteiligungsform ohne gesetzliche Verankerung und freiwillig umgesetzt werden soll, täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass dadurch insgesamt negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Standardlöhne zu erwarten sind. Schatz: "Gerade der Metallerbereich hat mit seinen relativ positiven Abschlüssen immer eine gute Meßlatte für die folgenden KV-Verhandlungen gesetzt. Wenn jetzt, wie bereits absehbar, Gewinnbeteiligungsmodelle und damit flexible, unsichere Lohnbestandteile speziell in diesem großbetrieblichen Sektor forciert werden, wird das für die Verhandlungen in allen Sparten negative Auswirkungen haben."

"Und all das soll die Politik unterstützen, in dem die steuerlichen Begünstigungen ausgebaut werden? Das ist der falsche Weg! Wir brauchen höhere Löhne, also gute Abschlüsse bei den KV-Verhandlungen und ein Mindestlohngesetz. Nur konstante, höhere Löhne führen im Interesse der ArbeitnehmerInnen zu einer gerechteren Verteilung der wachsenden Unternehmensgewinne", fordert Schatz.

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