Wird die Käfighaltung für Kaninchen verboten?

VGT kommentiert heutige Pressekonferenz des SPÖ-Tierschutzsprechers Abg. Dietmar Keck im Parlament

Wien (OTS) - Der Obmann des Verein Gegen Tierfabriken, DDr. Martin Balluch, war bei der heutigen Pressekonferenz der SPÖ im Parlament zugegen: "Naturgemäß sehen wir die Arbeitsbilanz der Regierung für den heimischen Tierschutz -- so der Titel der Pressekonferenz -- viel weniger rosig als die SPÖ selbst. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die SPÖ hat auf unsere Anfrage bei dieser Pressekonferenz angekündigt, in der gewerblichen Zucht und Mast von Kaninchen die Käfighaltung zu verbieten! Das wäre ein echter Fortschritt im Tierschutz!"

Und DDr. Balluch führt aus: "Die Kaninchen sind die letzten landwirtschaftlich genutzten Tiere, die in Österreich noch in Käfigen leben müssen. Die Legebatterien für Hühner werden mit 1. Jänner 2009 verboten sein. Bereits seit 1998 ist die Käfighaltung von Nerz, Fuchs, Chinchilla, Nutria und anderen Pelztieren in Pelzfarmen verboten. Nur die Kaninchen müssen weiterhin in diesen anachronistischen Metallgittern sitzen, mit allen schon lange bekannten Problemen: die große Enge, der Gitterboden lebenslang, keine Bewegung, keine Abwechslung, keine Lebensqualität. Mit anderen Worten: die kommerzielle Käfighaltung ist grundsätzlich nicht mehr tragbar in der heutigen Zeit! Es ist sehr erfreulich, dass sich die SPÖ heute bereit erklärt hat, diese Haltungsform in naher Zukunft zu verbieten. Wir hoffen sehr, dass dieses Käfigverbot bald ausgesprochen wird!"

Und weiter: "SPÖ-Tierschutzsprecher Keck hat auch angekündigt, dass die SPÖ den Status von Tieren als Sachen abändern will. Seit 1989 gibt es zwar den §285a im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch, der erklärt, dass Tiere keine Sachen seien. Aber schon im nächsten Satz desselben Paragraphen wird das relativiert und daher der gesamte Paragraph in der gerichtlichen Praxis für einen Nullparagraphen gehalten, d.h. für inhaltsleer. Tiere gelten in Österreich weiterhin als Sachen. Wenn die SPÖ diesem offensichtlichen Missstand, der, wie die Käfighaltung, ebenfalls längst nicht mehr der Mehrheitsmeinung in Österreich entspricht, ein Ende bereiten will, dann kann sie dafür die volle Unterstützung des Tierschutzes in Österreich erwarten. Allerdings wünschen wir uns nicht nur schöne Worte, sondern auch Taten. Wir werden die SPÖ an ihre heute gemachten Versprechen erinnern."

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