Neue BAWAG P.S.K. mit deutlich verbessertem laufendem Halbjahresergebnis

Wien (OTS) - Die neue BAWAG P.S.K. legt nach dem Verkauf an das Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestors Cerberus die erste Halbjahresbilanz in der neuen Ära vor. Das laufende Geschäft der BAWAG P.S.K.-Gruppe im ersten Halbjahr 2007 verlief zufrieden stellend, mit einer guten Entwicklung des Kundengeschäfts und einem Halbjahresüberschuss aus dem laufenden Geschäft von Euro 89 Mio. Gemäß IFRS-Bilanzierungsregeln war nach Auslaufen der Bundeshaftung die Wiederdotierung von Wertberichtigungen in Höhe von Euro 600 Mio erforderlich, die durch einen Kapitalzuschuss des Cerberus-Konsortiums jedoch bereits kompensiert wurden.

Zur Erklärung: Die Republik Österreich hat im Jahr 2006 vorübergehend eine Bundeshaftung für die BAWAG P.S.K. übernommen, die bis zum Abschluss des Verkaufs der Bank befristet war. Das neue Eigentümerkonsortium hat mit einem bereits erfolgten Eigenkapitalbeitrag die Bundeshaftung ersetzt. Gemäß IFRS-Regeln ist dieser Kapitalzuschuss jedoch nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung sondern direkt im Eigenkapital zu verbuchen. Dadurch entstand in der IFRS-Darstellung zwar buchmäßig ein Halbjahresverlust, der jedoch auf dem Eigenkapitalkonto ausgeglichen wurde.

Im Einzelabschluss der BAWAG P.S.K. gemäß österreichischen Rechnungslegungsvorschriften wird der Kapitalzuschuss der Eigentümer in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Dadurch wird die Wertberichtigungsdotierung bereits in der Ergebnisrechnung kompensiert. Der Einzelabschluss der BAWAG P.S.K. weist einen Halbjahresüberschuss von Euro 36 Mio vor Rücklagenbewegung aus.

Einzelheiten zur Konzern-Halbjahresbilanz gem. IFRS

Nach Closing des Verkaufs der Bank war es möglich, Kredite an die Alteigentümer zurückzuführen. Diese Kredittilgung war ein wesentlicher Aspekt für die Reduktion der Kundenforderungen von Euro 27,6 Mrd auf Euro 24,7 Mrd sowie die Verringerung der Bilanzsumme um rund Euro 2,5 Mrd auf Euro 48,3 Mrd. Bei den Wertpapierveranlagungen wurden planmäßige Tilgungen nur in geringem Umfang ersetzt. Passivseitig wurden ebenfalls fällige Eigene Emissionen aufgrund der sehr guten Liquiditätssituation der BAWAG P.S.K. nicht ersetzt, was zu einem um Euro 1,4 Mrd niedrigeren Bestand an Eigenen Emissionen führte. Aus demselben Grund kam es auch zu einer Verringerung der Verbindlichkeiten gegenüber Banken um Euro 489 Mio.

Erfreulich entwickelten sich die Kundeneinlagen, die um Euro 237 Mio auf Euro 24,3 Mrd zulegen konnten. Dies ist umso bemerkenswerter, da im ersten Halbjahr insgesamt ein Volumen von rund Euro 2 Mrd auf Kapitalsparbüchern abgereift ist, das durch neue Spareinlagen überkompensiert werden konnte. Wir werten dies als deutlichen Vertrauensbeweis der Kunden in die neue BAWAG P.S.K.. Generell hat sich das Kerngeschäft der BAWAG P.S.K. im 1. Halbjahr 2007 sehr gut entwickelt.

Positive Entwicklung des laufenden Ergebnisses; Wegfall der Bundeshaftung belastet nur formal das Ergebnis; bereinigtes Halbjahresergebnis Euro 89 Mio deutlich über Vorjahr

Der Zinsüberschuss aus dem Kundengeschäft lag im ersten 1. Halbjahr 2007 um 5 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Reduktion der Gesamtposition um Euro 17 Mio liegt primär daran, dass sich durch die Kredittilgung des Alteigentümers das Volumen an Kundenforderungen und das Bilanzvolumen verringert haben.

Die Provisionserträge aus dem Wertpapier- und Kreditgeschäft sind gegenüber 2006 stabil, ein Rückgang der Zahlungsverkehrsentgelte führt jedoch zu einem im Vorjahresvergleich etwas geringeren Provisionsüberschuss von Euro 75 Mio.

Während der Verwaltungsaufwand im Vergleich zum 1. Halbjahr 2006 stabil gehalten werden konnte, wirkt sich in der Position Risikovorsorge im Kreditgeschäft die nach dem Wegfall der Bundeshaftung erforderliche Dotierung der Wertberichtigung von Euro 600 Mio aus.

In der Position Sonstiger betrieblicher Erfolg werden Bewertungsergebnisse von Wertpapieren, Ergebnisse aus Immobilien-, Leasing- und Versicherungsgeschäften sowie aus Finanzanlagen ausgewiesen. Der Betrag von Euro 41 Mio resultiert vor allem aus der Bewertung von Finanzinstrumenten und der Veräußerung von Finanzinvestitionen im 1. Halbjahr 2007.

Gemäß IFRS-Bilanzierungsregeln war nach Auslaufen der Bundeshaftung die Wiederdotierung von Wertberichtigungen in Höhe von Euro 600 Mio erforderlich, die durch einen Kapitalzuschuss des Cerberus-Konsortiums jedoch bereits kompensiert wurden.

Der um den Sondereffekt des Auslaufens der Bundeshaftung bereinigte Jahresüberschuss nach Steuern belief sich auf Euro 89 Mio (gegenüber Euro 5 Mio im ersten Halbjahr 2006). Das zeigt die positive Entwicklung des laufenden Geschäfts der BAWAG P.S.K. im ersten Halbjahr 2007.

Highlights und Ausblick 2007

Der Zuwachs von Kundeneinlagen in Höhe von 236 Mio Euro bestätigt deutlich, dass die Kundinnen und Kunden der "Neuen BAWAG P.S.K." vertrauen und ihre attraktiven Angebote gerne nützen. Zusätzlich zum Zufluss bei Spareinlagen ist der Absatz von über Euro 400 Mio an Wohnbaubankanleihen besonders erfreulich.

Auch der Kreditabsatz lief im ersten Halbjahr sehr gut. Mit über 530 Mio Euro Neukreditvolumen im Bereich Privatkunden konnte der Vorjahreswert übertroffen werden. Besonders der klassische Betriebsratskredit (+ 8% gegenüber VJ) und die Wohnraumkredite (+ 6 %) fanden guten Anklang.

Bereits unmittelbar nach dem plangemäß mit 15. Mai 2007 abgeschlossenen Verkauf der BAWAG P.S.K. an das Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestors Cerberus wurde mit der Neustrukturierung der Bank begonnen. Die Gremien wurden neu bestellt bzw. ergänzt. Jetzt wird mit Hochdruck an der neuen Strategie der Bank gearbeitet, die bereits in den nächsten Monaten in Teilen umgesetzt werden soll.

So plant die neue BAWAG P.S.K. für den Herbst eine Offensive sowohl im Bereich der Privatkunden als auch für ihre Klein- um Mittelständischen Firmenkunden. Im Rahmen dieser Kampagne werden die traditionellen und die neuen Stärken der BAWAG P.S.K. präsentiert und neue attraktive Produkte angeboten werden.

Gleichzeitig wird intensiv an der Verbesserung der Risikomanagementsysteme der Bank gearbeitet. Neben der Verbesserung der Risikosicht und des Risikocontrollings sollen dabei auch die Prozesse in Einklang mit den Basel II Erfordernissen reorganisiert und gestrafft werden, um die Kreditentscheidungen und das Portfoliomanagement zu verbessern.

Weiters wird an der Neustrukturierung der Mid- und Backoffice-Abläufe gearbeitet, um sowohl Entscheidungsprozesse als auch Transaktionsabläufe zu beschleunigen und effizienter zu gestalten. Von zentraler Bedeutung in diesem Zusammenhang ist die Schaffung eines eigenen Vorstandsressorts "Operations", in dem sämtliche Abwicklungs- und Prozessbereiche der Bank konzentriert wurden.

Die Ertragslage hat sich im laufenden Jahr auch in soweit erfreulich entwickelt, als die Ergebnisse aus dem operativen Geschäft im 2. Quartal über den Ergebnissen des ersten Quartals lagen. Insbesondere der Nettozinsertrag stieg im 2. Quartal gegenüber den ersten drei Monaten deutlich an. Dieser Trend bestätigt, dass sich das Kundengeschäft der BAWAG P.S.K. auf guten Weg befindet, obwohl im Konditionenbereich ein nach wie vor sehr intensiver Wettbewerb vorherrscht. Durch die geplanten Marktaktivitäten im Verlauf des zweiten Halbjahres wird die neue BAWAG P.S.K. den erfolgreichen Weg weiter fortsetzen.

Die BAWAG P.S.K. ist nach der Übernahme durch die neuen Eigentümer sehr gut kapitalisiert und verfügt durch die Rückzahlung der Kredite an die Altaktionäre sowie den erfolgten Kapitalzuschuss über eine ausgezeichnete Liquiditätssituation. Die BAWAG P.S.K. verfolgt die jüngsten Ereignisse auf den internationalen Kapitalmärkten sehr genau und wird ihre sehr gute Liquiditätssituation weiterführen und bei Bedarf ausbauen.

Generaldirektor Dr. Ewald Nowotny: "Das Kundengeschäft der Neuen BAWAG P.S.K. läuft sehr erfreulich. Wir werden diesen Bereich weiter forcieren und dabei sowohl traditionelle Stärken weiter ausbauen als auch neue Ideen und Initiativen entwickeln."

Diesen Text sowie den Halbjahresbericht der BAWAG P.S.K. Gruppe finden Sie auch auf unserer Homepage unter
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