IG-Milch: Geiz ist geil bei Milchpreis beenden!

Geiz ist Geil hat ausgedient. Molkereien müssen Gmundner und Bergland mit Preisanhebung folgen. Wertschöpfung für Bauern durch Angebotsbündelung sichern.

Wien (OTS) - Die Milchpreispolitik der letzten Jahre hat
europaweit die Milcherzeuger resignieren lassen. Es wurde die Produktion aufgegeben oder eingeschränkt, weil der Milchpreis keine Investitionen mehr erlaubte und oft nicht einmal mehr die laufenden Kosten deckte.

Im vergangenen Wirtschaftsjahr wurde deshalb in vielen EU-Ländern nicht einmal mehr die nationale Milchquote erfüllt. Der Preiskampf der Handelsketten hat das Produkt Milch und die Arbeit der Milchbauern entwertet und jegliche Perspektive für eine Milchproduktion genommen. Für die Molkereien war dies wirtschaftlich kein Problem, da schlechte Preisabschlüsse mit dem Handel durch Senkung der Bauernmilchpreise repariert werden konnten.

9 Betriebe haben in Österreich täglich das Melkzeug für immer an den Nagel gehängt. Diese Entwicklung hat inzwischen zu einer Knappheit beim Lebensmittel Milch geführt, und es setzt sich die Erkenntnis durch, dass das Motto "Geiz ist geil" versagt hat. Politik und Agrarvertretung haben die Augen vor dieser Entwicklung verschlossen.

"Mit unserer Analyse, dass Milchbauern in Europa nicht dauerhaft unter den Produktionskosten von 40 Cent netto je kg Milch produzieren können, sind wir im Gegensatz zu Wissenschaft, Molkereiwesen und Agrarvertretung immer richtig gelegen", erklärt Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch.

40 Cent Netto-Milchpreis ist eine im European Milk Board abgestimmte Forderung, berechnet für die Milchproduktion in Gunstlagen bei 3,7% Fett. Umgelegt auf die österreichische Bewertungsgrundlage von 4,2% Fettgehalt ist dies 41,5 Cent netto je kg Milch als Untergrenze für eine kostendeckende Milcherzeugung.

Die Ankündigung der Gmundner Milch, den Milchpreis in Kürze anzuheben und damit näher an die 40 Cent Netto-Preisschwelle heranzuführen sieht die IG-Milch als wichtigen und notwendigen Schritt, um die Versorgung mit Milch in Österreich sicherzustellen.

Nach Berglandmilch und Gmundner als Nr. 1 und Nr. 3 in Österreich erwarten wir von der NÖM und den restlichen Molkereien, dass mit einer Preisanhebung um mindestens 5 Cent netto mit 1. September den Milchbäuerinnen und Milchbauern in Österreich wieder eine Perspektive eröffnet wird.

Die IG-Milch wird weiter daran arbeiten, dass den Bäuerinnen und Bauern ein gerechter Anteil an der Wertschöpfungskette Milch sichergestellt wird. Um Erreichtes abzusichern und weitere Fortschritte auf dem Weg zu einem kostendeckenden Milchpreis zu erzielen, halten wir die Gründung einer nationalen Erzeugerorganisation für erforderlich. Dies wird noch heuer erfolgen, um das heimische Milchangebot zu bündeln. Das bisherige System von Einzelverträgen der Bauern mit ihren Abnehmern muss durch Sammelverträge der anbietenden MilcherzeugerInnen abgelöst werden. Bäuerinnen und Bauern, die sich gegenüber ihren Milchabnehmern organisieren wollen, erhalten von der IG-Milch rechtliche und organisatorische Hilfestellung.

Mit einem fairen Milchpreis kann die Lebensmittelqualität, die Kulturlandschaft, Arbeitsplätze und die tägliche Versorgung mit Milch gesichert werden.

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IG-Milch
Staatspreisträger Marketing 2006
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