Arbeiterkammer versteht Corporate Governance noch immer nicht

AK kennt anscheinend auch die europäischen Trends nicht

Wien (OTS) - Die heute vorgestellte Studie der Arbeiterkammer über die Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex beruht auf einem grundsätzlichen Missverständnis der Grundsätze der Corporate Governance. Die Forderungen der Studie gehen von einer Unkenntnis der europäischen Trends aus.

"Die Aussagen der AK über die Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex sind ein Schlag ins Gesicht aller heimischen Unternehmen, die seit Jahren an der Verbesserung ihrer Corporate Governance hart und erfolgreich gearbeitet haben" so Mag. Markus Fichtinger, Geschäftsführer des Aktienforums, in einer ersten Reaktion auf die heute vorgestellte Studie der AK "Die praktische Anwendung des Kodex an der Wiener Börse 2007". Die Forderung nach einer stärkeren gesetzlichen Verbindlichkeit des Kodex ignoriert den Grundgedanken der Freiwilligkeit und die europäischen Trends in diesem Bereich. Das "Comply or Explain"-Prinzip ist die Grundlage des europäischen und damit auch des österreichischen kodexbasierten Ansatzes einer modernen Unternehmensführung und -kontrolle. Es ermöglicht eine flexiblere und effizientere Regulierung als gesetzliche Bestimmungen. Dies wurde mehrmals durch die Europäische Kommission und das Europäische Corporate Governance Forum bestätigt. Ein österreichischer Sonderweg mit noch stärkeren gesetzlichen Regulierungen ist daher weder notwendig noch zweckmäßig.

Ebenso sind die meisten Forderungen der AK bereits erfüllt oder in Umsetzung: Eine gesetzlich verpflichtende Entsprechungserklärung wird durch die Umsetzung einer EU-Richtlinie ebenso vorbereitet, wie die weitere Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Abschlussprüfer (8. EU-Richtlinie). Die Veröffentlichung der Aktionärsstruktur ist seit einigen Jahren geregelt. Auch der Kodex gilt grundsätzlich für alle AGs. Diese können sich daher jederzeit daran orientieren.

"Die AK sei darin erinnert, dass die schlechteste Corporate Governance in nicht-börsenotierten Unternehmen zu suchen und zu finden ist. Die Beispiele BAWAG oder Konsum belegen dies leider eindrucksvoll. Die heimischen börsenotierten Unternehmen wissen durch ihren täglichen Kontakt mit Investoren und Anlegern, wie wichtig gute Corporate Governance ist. Die hervorragende Kursentwicklung an der Wiener Börse in den letzten Jahren ist der Beweis dafür, dass die Investoren dieses Bekenntnis auch ohne gesetzlichen Zwang anerkennen und honorieren", so Fichtinger abschließend.

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