Haberzettl: "Jetzt Nahverkehr spürbar verbessern"

Stellvertretender vida-Vorsitzender fordert einen "großen Wurf" zur Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs - Durch bessere Raumordnung "Verkehr sparen"

Wien (vida/ÖGB) - Auf lange Sicht hilft nur eine neu ausgerichtete Raumordnung, unterstützte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Wilhelm Haberzettl, Mittwoch die Forderungen des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) nach der Einführung des Niederländischen "ABC-Konzepts" und die Koppelung der Wohnbauförderung an die Lage des Hauses am öffentlichen Verkehr. "Auf kurze Sicht hilft aber nur eines: den Öffentlichen Verkehr massiv verbessern." ++++

In den vergangenen fünfzehn Jahren habe die Zahl der PendlerInnen um ein Drittel zugenommen, sagte Haberzettl. Der öffentliche Verkehr habe aber damit nicht im Geringsten Schritt gehalten. Vor allem in der Fläche sei das Angebot scheibchenweise zurück genommen worden. Auch die Versuche der letzten Jahre, den Bahn- und Busverkehr stärker aufeinander abzustimmen, seien noch nicht besonders erfolgreich gewesen. Es gebe zwar einzelne Verbesserungen, aber den wirklichen Sprung vorwärts habe man noch nicht geschafft.

"Hauptgrund dafür ist, dass es noch immer nicht gelungen ist, die zersplitterten Aufgaben im Öffentlichen Verkehr gut zusammen zu führen: Wir brauchen einen großen Wurf, den die Menschen in diesem Land tatsächlich spüren."

Mehr und bessere Bus- und Regionalbahnverbindungen

Haberzettl wies darauf hin, dass ein "großer Wurf" vor allem den Verkehr "in der Fläche" verbessern müsse: Mehr und schnellere Bus-und Regionalbahnverbindungen sollten jene Menschen zum Umsteigen bewegen, die am Land wohnen und in der Stadt arbeiten müssen. "Diese Menschen am Land mit höheren Benzinpreisen oder geringerer Pendlerpauschale zu quälen, bringt kurzfristig gar nichts, denn sie können nicht von heute auf morgen umziehen. Aber wir können sie zumindest mit dem Bus dort abholen, wo sie wohnen". Dass zum Beispiel die Hälfte aller NiederösterreicherInnen überhaupt keine Buslinie in der Nähe habe, sei an sich schon ein Skandal.

Besondere Hoffnungen für den Öffentlichen Verkehr setzt Haberzettl in den neuen Klimafonds. "Der Verkehr ist Österreichs Klima-Sorgenkind Nummer 1, und die einzige Lösung, die sofort wirkt, ist besserer öffentlicher Verkehr. Ich unterstütze daher jeden Versuch, die Mittel des Klimafonds in diesem Bereich optimal einzusetzen."

Die Finanzausgleichsverhandlungen zwischen dem Bund und den Ländern wären übrigens eine gute Möglichkeit, um durch bessere Raumordnung Verkehr zu "sparen", sagte der Vorsitzende der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida. Raumordnung sei Landeskompetenz und der Bund zahle jedes Jahr deren Rechnung über höhere Zuschüsse im Nahverkehr. Eine verkehrssparende Raumordnung an Bundeszusagen zu knüpfen, würde den Ländern zeigen, wo sie selbst viel Geld sparen können, schloss Haberzettl.
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ÖGB, 29. August 2007 Nr. 498

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