SP-Schuster: "56 neue PolizistInnen für Wien nur Tropfen auf den heißen Stein"

Intensivere Werbekampagne für den Polizeidienst und Änderungen im Personalplanungsbereich notwendig

Wien (SPW-K) - "So erfreulich auch die jüngst erfolgte Dienstaufnahme von 56 neuen PolizistInnen in Wien ist, so darf darüber nicht hinweggesehen werden, dass diese Anzahl von neuen Sicherheitswachebeamten hinsichtlich der Personallücke bei der Wiener Polizei nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Damit können nicht einmal die im heurigen Jahr durch Pensionierungen, Dienstentsagungen bzw. Versetzungen in andere Bundesländer entstandenen Personalstandsdefizite ausgeglichen werden. Notwendig ist eine intensivere Aufnahmetätigkeit durch die Polizei sowie eine Korrektur bei der vor einiger Zeit viel zu hoch geschraubten sportlichen Leistungsanforderungen im Zuge des Aufnahmetests", erklärte Mittwoch der Sicherheitssprecher der Wiener SPÖ, Gemeinderat Godwin Schuster, in einer Aussendung im Pressedienst der SPÖ Wien.

Von den bisher insgesamt 1.200 BerwerberInnen für den Polizeidienst sei ein zu großer Teil ausschließlich an den seit Jahresbeginn geforderten sportlichen Hürden gescheitert, führte Schuster weiter aus. Sicherlich sei sportliche Fitness ein wesentliches Kriterium für den schweren Polizeidienst, diese sollte sich aber nicht in Richtung des Leistungskataloges für OlympiateilnehmerInnen orientieren. Eine sinnvolle Überarbeitung des sportlichen Leistungskatalogs würde daher ebenso wie eine Intensivierung der Werbeaktivitäten, begleitet von einer professionell gestalteten Kampagne, durchaus Sinn machen, betonte der Mandatar.

Unverständnis zeigte Schuster gegenüber der geplanten Ausbildung von zahlreichen BewerberInnen aus Wien in anderen Bundesländern, wie z.B. in Kärnten, im Burgenland und in Niederösterreich. Schuster:
"Die angehenden PolizistInnen aus Wien wären dadurch monatelang von ihren Familien getrennt. In früheren Zeiten haben sämtliche in Polizeiausbildung befindlichen WienerInnen diese in der Marokkanerkaserne erhalten. Das Innenministerium und die Polizei sollten ein Augenmerk darauf legen, dass jene WienenerInnen, die für den Polizeidienst in Wien aufgenommen worden sind, durch die Bereitstellung der notwendigen Räumlichkeiten auch die Möglichkeit erhalten ihre Ausbildung in ihrer Heimatstadt zu absolvieren", schlug der Sicherheitspolitiker vor.

Viel zu schleppend geht Schuster zudem die Umsetzung der von Innenminister Platter vor rund fünf Monaten versprochenen Aufnahme von 275 PolizistInnen vor sich. "Der nächste Ausmusterungstermin bei der Polizei findet erst im Sommer des nächsten Jahres statt. Die neuen, heuer noch insgesamt 225 in die Schule einrückenden PolizeischülerInnen werden überhaupt frühestens in zwei Jahren ihren Dienst in den Bezirken antreten können. Eine Lücke, die durchaus durch rasch wirksame Maßnahmen geschlossen werden könnte", meinte Schuster. Er forderte in diesem Zusammenhang eine Verlegung von durch den Beitritt zum sogenannten Schengen-Abkommen einiger unserer Nachbarländer ab dem kommenden Jahr im Bereich des Grenzdienstes frei werdenden Dienstposten unmittelbar nach der Fußball-Europameisterschaft nach Wien.

"Während Wien um jede Polizistin bzw. jeden Polizisten kämpfen muss, sollen nach Meinung der ÖVP die frei werdenden ExekutivemitarbeiterInnen vorwiegend im ländlichen Raum eingesetzt werden. Ein Konzept, dass Wien nicht akzeptieren kann", betonte Schuster. Bei der Bekämpfung der Kriminalität dürfe Parteipolitik nicht vor die Sicherheitskriterien gestellt werden, so der Mandatar. Schuster: "Bereits jetzt ereignen sich 40 Prozent aller kriminellen Delikte in Österreich in Wien, wobei aber nur 20 Prozent des gesamtstaatlichen Polizeipersonals in der Bundeshauptstadt eingesetzt sind. Nicht zuletzt auch durch den viel zu geringen Personalstand ist die Belastung der in Wien ihren Dienst versehenden PolizeimitarbeiterInnen in den letzten Jahren enorm gestiegen und fünf- bis achtmal höher als in anderen Bundesländern. Diese Situation sollte in Zukunft bei der Personalplanung berücksichtigt werden", forderte Schuster abschließend. (Schluss)

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