Trotz Abstand zum Kyoto-Ziel: Österreich erringt Platz eins im Umwelt-Kontest

Österreichs Spitzenplatz auch international abgesichert - Schwarzer: Steigerung der Energieeffizienz ist wichtigste Aufgabe - "Kyoto-Fehler des Jahres 1997 nicht wiederholen"

Wien (PWK617) - Im Nachhaltigkeitskontest 2007 hat Österreich den ersten Platz erobert. Dieser Spitzenplatz ergibt sich aus der besten durchschnittlichen Platzierung in 36 gewerteten Einzeldisziplinen aus allen 27 Mitgliedsstaaten der EU. Auch international wird Österreichs Leistung bei der Verbesserung der Nachhaltigkeit anerkannt. Fasst man alle internationalen Rankings zur ökologischen Nachhaltigkeit zusammen, so ist Österreich mit knappem Abstand hinter Schweden Zweiter.

Österreich verdankt seine "Goldmedaille" in dem von der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der WKÖ heuer zum sechsten Mal durchgeführten Ranking dem Sieg in drei Disziplinen (Umweltmanagement, Bio-Landwirtschaft und erneuerbare Stromproduktion), einem zweiten Platz (Solarwärmenutzung), zwei dritten Plätzen (Energieeffizienz und Verpackungsrecycling) sowie einem insgesamt soliden Abschneiden in den anderen Bereichen, fasst WKÖ-Nachhaltigkeitskoordinator Christoph Haller zusammen.

Negativ zu Buche schlagen für Österreich nur die sogenannten "Distance-to-target"-Indikatoren, die nicht nach dem aktuellen Status sondern nach dem Abstand zu einem Ziel vergleichen. "Anders als bei den Statusindikatoren, die die Umweltsituation zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreiben, haben es Länder wie Österreich, die bereits vorne liegen, bei den sogenannten Progress- und Distance-to-target-Indikatoren schwerer", erklärt Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, das schlechte Abschneiden Österreichs in der Wertung "Abstand zum Kyoto-Ziel". In dieser Wertung nimmt Österreich derzeit vor Spanien den vorletzten Platz ein (Platz 24, da Malta und Zypern keine Zielsetzungen auf sich genommen haben).

"Es zeigt sich, dass sich Österreich beim Eingehen dieser Verpflichtungen übernommen hat. Offenbar wurde übersehen, dass in Österreich die Möglichkeiten der Emissionsverringerung kleiner sind als in Ländern, die beim Umweltschutz zurückliegen", so Schwarzer heute, Mittwoch, in einem Pressegespräch. Österreich dürfe daher den "Kyoto-Fehler" des Jahres 1997 nicht wiederholen, fordert der WKÖ-Umweltexperte in Hinblick darauf, dass demnächst die Reduktionsbeiträge der einzelnen Mitgliedsländer zum EU-Gesamtziel verhandelt werden.

Als wichtigste Aufgabe sieht Schwarzer die Verbesserung der Energieeffizienz: "So können wir uns am ehesten den hochgesteckten Luftreinhaltungs- und Klimaschutzzielen annähern, die Österreich bis 2020 erreichen soll. Jetzt müssen wir beispielsweise energisch mit der Sanierung der Gebäude anfangen". Die bisherigen Anstrengungen reichten nicht aus, um den Trend der letzten Jahre, wonach der Energieverbrauch stärker wächst als die Wirtschaft, umzudrehen "Gelingt es uns nicht, die Energieeffizienz zu verbessern, sind alle Zielsetzungen utopisch - und werden uns ungemein teuer zu stehen kommen", warnt Schwarzer.

Auf den Plätzen zwei und drei im Nachhaltigkeitskontest folgen Schweden und Lettland. Deutschland belegt den fünften Rang. Am Tabellenende sind die jungen EU-Mitglieder Rumänien und Bulgarien zu finden. "Die beiden letzen holen allerdings auf. Das ist als ein großer Erfolg der EU-Politik zu werten", unterstreicht Schwarzer.

In den 36 Einzelvergleichen nicht enthalten ist die Umwelttechnik. In dieser "37. Disziplin", dem Umwelttechnikexport, ist Österreich ebenfalls ganz vorne zu finden. In vielen Segmenten, wie Abfallverbrennungsanlagen, Wasseraufbereitungsanlagen, Solaranlagen, Wärmepumpen und Biomassefeuerungen, können österreichische Unternehmen auf exzellente Erfolge verweisen .(hp)

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