Energie AG-Börsegang: Wassergeschäft wird als Anreiz für Aktionäre missbraucht

Frais: "Die Folgen für die einzelnen KonsumentInnen sind unabsehbar"

Linz (OTS) - In einem Zeitungsinterview hat Energie AG-Generaldirektor Windtner heute mit brisanten Aussagen für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Hoffnungsträger der "Börsen-Story" der Energie AG seien Wasser und Entsorgung. SP-Klubobmann Dr. Karl Frais entgegnet: "Das heimische Trinkwasser darf nicht als Zuckerl für die Börsephantasien renditehungriger Aktionäre missbraucht werden. Windtners Aussagen lassen schwerwiegende negative Folgen für die KonsumentInnen befürchten - etwa deutliche Steigerungen beim Trinkwasserpreis und den Ausverkauf des heimischen Trinkwassers im Interesse der Aktionäre. Ich fordere daher Pühringer und Anschober mit allem Nachdruck auf, sofort den Trinkwasser-Pachtvertrag zu veröffentlichen, um endlich Transparenz über der Zukunft der heimischen Trinkwasserversorgung zu schaffen."

Windtner erteilt auch der "Grünen Energiewende" erneut eine Absage, indem er klarstellt, dass die kalorischen Kraftwerksprojekte der Energie AG realisiert werden. "Bei diesen Kraftwerksprojekten handelt es sich um Kohle- und um Gaskraftwerke - dadurch ist das grüne Ziel der Energiewende bis 2030 bereits gescheitert. Anschobers sogenannte Garantien für den Börsegang zerbröseln somit schon vor dem geplanten Börsegang. Ein weiterer Beweis für die grüne Ankündigungspolitik der vergangenen Jahren, bei der Zusagen wie Seifenblasen zerplatzen", stellt Frais fest.

Unrichtig ist jedenfalls Windtners öffentliche Aussage, dass der Markt den Strompreis bestimme und nicht der Eigentümer. "Wie stark der Einfluss des Eigentümers ist erkennen die Stromkunden in Österreich allein schon an den unterschiedlichen Tarifen der verschiedenen Stromanbieter. Würde Windtners Aussage stimmen müssten alle den gleichen Strompreis verrechnen. Experten von der E-Control haben außerdem festgestellt, dass der Strompreis in Westösterreich -wo die Versorger noch zur Gänze in öffentlicher Hand sind - am günstigsten ist. Die öffentlichen Eigentümer haben auf der Grundlage allgemeiner Marktpreise ein klares Gestaltungsrecht zugunsten der KonsumentInnen, um die Strompreise gering zu halten - dieses Gestaltungsrecht ginge bei der Energie AG nach einem Börsegang aufgrund der Gewinnorientierung der privaten Aktionäre verloren", so der SP-Klubchef.

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