Euro 2008: Optimismus der Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin ist nicht nachvollziehbar

GPA-DJP: Ohne verbriefte Freiwilligkeit und Abgeltung von Kinderbetreuungskosten keine Einigung möglich!

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - "Woher Frau Kammerpräsidentin Jank ihren Optimismus nimmt, dass die Wiener Handelsangestellten an den EM-Sonntagen arbeiten werden, ist mir völlig unverständlich. Derzeit gibt es nachvollziehbare Öffnungswünsche der Stadtregierung und der Wirtschaft sowie eine gewisse Annäherung der Standpunkte, aber noch lange keine Einigung ", kommentiert Franz Georg Brantner, Handelsvorsitzender der GPA-DJP Wien den gestrigen Vorstoß der Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank.++++

Voraussetzung für eine Beschäftigung sei ein bundesweiter Kollektivvertrag, der die Rahmenbedingungen für die Angestellten regelt. Dabei seien die verbriefte Freiwilligkeit der Arbeitsleistung und flankierende Sicherstellung zusammenhängender Freizeitblöcke als Ausgleich sehr wichtig. Brantner vermisst in diesem Zusammenhang noch immer die geforderte Erklärung der Stadtregierung und der Wirtschaft über die Einmaligkeit einer derartigen Regelung für die Europameisterschaft. Dies sei eine weitere Voraussetzung für den Abschluss begleitender Maßnahmen.

Der stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP, Karl Proyer, betont, dass schon bisher durch die Kollektivvertragspolitik im Handel dafür gesorgt wurde, dass die Angestellten bei Veränderungen von Öffnungszeiten oder Arbeiten aus besonderen Anlässen faire und klagbare Rahmenbedingungen erhalten. "Das wird diesmal nicht anders sein", hält Proyer fest. Erfreut zeigt er sich auch über die grundsätzliche Unterstützung dieser Linie durch die Wiener Grünen. "Sie sprechen völlig zu Recht die Frage der Einkommenssituation der betroffenen Handelsangestellten an. Daher wollen wir zusätzlich zur Sonntagsvergütung eine verpflichtende Abgeltung der Kinderbetreuungskosten durch einen Pauschalbetrag, der für alle ArbeitnehmerInnen mit Kindern gleich hoch ist und die tatsächlichen Betreuungskosten fair abdeckt." Bisher sind die Arbeitgeber allerdings nicht einmal ansatzweise bereit, in diesem Punkt entgegenzukommen. "Wenn Frau Jank eine Regelung möchte, so soll sie sich in dieser Frage in der Wirtschaftskammer dafür engagieren", betont Proyer."

"Es kann nicht sein, dass die Angestellten vom Zusatzeinkommen einer Sonntagsbeschäftigung die Kinderbetreuung selbst finanzieren und unter dem Strich vielleicht auch noch draufzahlen. In dieser Frage ist unsere Schmerzgrenze erreicht. Da das Thema Sonntagsöffnung ohnehin bei den Angestellten im Handel ein äußerst sensibles ist, muss es in dieser Frage eine konkrete, herzeigbare Lösung geben, sonst wird es keine Zustimmung der Gewerkschaft geben ", so Franz Georg Brantner abschließend.

ÖGB, 29. August 2007
Nr. 495

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