Jugendliche Sexualstraftäter

Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits zur Debatte über Sexualstraftäter

Wien (OTS) - Es wird viel über Sexualstraftäter in der Öffentlichkeit gesagt.
Von der Behandlung mit Hormonen beziehungsweise der sogenannten chemischen Kastration, über die lebenslange Kontrolle, bis hin zum Berufsverbot.
Wobei viele dieser Aussagen von Fachleuten infrage gestellt werden. Wenig bis gar nicht wird in der Öffentlichkeit über bereits bestehende Arbeitsansätze, Behandlungskonzepte und erfolgreiche Rückfallspräventionsmaßnahmen berichtet.
Es wird gänzlich verschwiegen, dass es jugendliche Sexualstraftäter gibt.
Wobei erwiesen ist, dass unbehandelte sexuell auffällige Jugendliche als Erwachsene zu einem hohen Prozentsatz zu Tätern werden.
Von dieser Ignoranz ist auch die Tätigkeit
des Vereins LIMES betroffen , der seit mehr als 10 Jahren ambulant, mittels gerichtlicher Weisung oder über die Jugendwohlfahrt, mit solchen Burschen in Wien arbeitet. Bedauerlich ist, dass dieser Verein seine Tätigkeit einstellen muss, da trotz genügender Auslastung die zuständigen Ministerien - zwar immer fordern und Lippenbekenntnisse abgeben - aber nicht die notwendigen finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen.
Dabei ist Limes der einzige Verein den es mit diesem Schwerpunkt in Österreich gibt.
Der Arbeitsansatz ist sehr umfassend - es wird mit den Burschen einzeln als auch in der Gruppe gearbeitet und auch die Eltern werden in die Behandlung mit ein bezogen. Als Kinder und Jugendanwältin von Wien ist mir die Reintegration dieser Burschen ein wichtiges Anliegen und daher darf die Tätigkeit des Vereines nicht gefährdet werden. Um diese wichtige Tätigkeit auch weiterhin so professionell ausüben zu können, fordere ich die zuständigen Ministerien auf - so Monika Pinterits - ausreichende finanzielle und personelle Mittel zu Verfügung zu stellen.

Rückfragen & Kontakt:

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Frau DSA Monika Pinterits
Tel: (++43-1) 1708

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