ÖAMTC: Storno wegen Waldbränden in Griechenland nur in Einzelfällen möglich

Wenn Urlaubsort in betroffenem Gebiet liegt und Abreise unmittelbar bevor steht

Wien (OTS) - Was tun, wenn der Urlaubsort wegen anhaltender Brände in Schutt und Asche liegt? Mit dieser Frage sind dieser Tage die ÖAMTC-Juristen von Seiten besorgter Mitglieder immer wieder beschäftigt: "Hier kommt es - wie so oft - auf den Einzelfall an", sagt ÖAMTC-Juristin Gabriele Pfeiffer.

Ein Recht auf ein kostenloses Storno einer Pauschalreise wird es nur dann geben, wenn das Hotel in der betroffenen Region liegt und die Infrastruktur in der direkten Umgebung stark beeinträchtigt ist. "Wenn das Hotel noch steht, aber die Umgebung abgebrannt ist, Versorgungseinrichtungen zerstört sind und der Strand, der im Katalog besonders angepriesen wurde, nicht benutzbar ist, dann hat der Urlaub seinen Zweck verfehlt", so die ÖAMTC-Juristin. Hier sind die Veranstalter aufgerufen, einen Gratisausstieg aus dem Vertrag oder eine Umbuchungsmöglichkeit anzubieten.

Die Juristin räumt in diesem Zusammenhang mit einem Märchen auf, das Reiseveranstalter gerne auftischen: "Ein kostenloses Storno ist auch ohne offizieller Reisewarnung des Außenministeriums möglich, nämlich dann, wenn die Gefahr eine Intensität angenommen hat, die auch bei einem Durchschnittsreisenden Angstgefühle auslöst." Entscheidend dafür sind Berichte in seriösen Medien. Ein Storno ist aber nur dann durchsetzbar, wenn der Urlaubsantritt unmittelbar bevor steht. "Liegt das Reiseziel nicht in der direkt betroffenen Krisenregion oder geht der Urlaub erst in zwei Wochen los, dann heißt es noch zuwarten und die weitere Entwicklung beobachten", sagt die Clubjuristin.

Die ÖAMTC-Expertin rät zu folgendem Vorgehen:

* Wenn der Abflug unmittelbar bevorsteht, umgehend mit dem Veranstalter in Verbindung setzen und Informationen einholen bzw. über Alternativen verhandeln.

* Will der Reiseveranstalter ein berechtigtes Storno nicht zulassen, muss er zumindest eine Umbuchung auf eine gleichwertige Reise anbieten. "Wer die angebotene Ersatzreise aus plausiblen Gründen nicht antreten will, sollte dies dem Reiseveranstalter umgehend mitteilen", erklärt die ÖAMTC-Juristin.

Gibt es Probleme, z.B. weil der Reiseveranstalter eine kostenlose Stornierung nicht akzeptiert, aber auch keine zumutbare Alternative anbietet, dann sollte die Stornogebühr nur mit Vorbehalt bezahlt werden.

Individualreisende haben schlechtere Karten. Wenn die gebuchte Fähre planmäßig verkehrt und das (oft über Internet) gebuchte Quartier noch existiert, wird ein Gratisstorno schwierig. Auch hier schadet aber eine vorherige Kontaktaufnahme mit der Reederei oder dem Zimmerwirt nicht.

Aktuelle Infos, z.B. welche Länder betroffen sind, wie derzeit vor allem Griechenland (Peloponnes) und Italien (Sizilien) findet man in den Länder-News auf der ÖAMTC-Homepage unter www.oeamtc.at/reise.

Das sieht das Gesetz bei Urlaubsabbruch vor

Wenn Pauschalreisende am Urlaubsort vom Feuer überrascht werden, dann ist der Veranstalter verpflichtet, Vorkehrungen zu treffen. Entweder muss den Urlaubern eine gleichwertige Unterkunft außerhalb des Gefahrengebietes angeboten werden, oder der Veranstalter muss auf seine Kosten den Heimtransport organisieren. "Wenn der Urlaub frühzeitig abgebrochen werden muss, hat der Pauschalreisende auch Anspruch auf Refundierung des nicht verbrauchten Teils der Reise", erklärt Pfeiffer.

Individualreisende müssen ihr Geld für eine unbenutzbare Unterkunft direkt vom Vermieter zurückverlangen. Die Mehrkosten für eine verfrühte Heimreise müssen - außer bei Verschulden des Unterkunftgebers - allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden.

"Wer eine Reisestornoversicherung abgeschlossen hat erhält unter Umständen die Kosten für den nicht genutzten Teil der Reise bzw. entstandene Fahrtkosten von der Versicherung ersetzt", weiß die ÖAMTC-Juristin. Hier empfiehlt sich ein Blick in die Versicherungsbedingungen.

Bei Fragen und Unklarheiten zu diesem Thema stehen die ÖAMTC-Juristen mit Rat und Hilfe zur Seite. Die ÖAMTC-Rechtsberatung ist unter +43 (0) 1 71199 - 1530 erreichbar. Im Notfall erreicht man die Club-Experten auch rund um die Uhr dank der 24-Stunden-Hotline unter der Nothilfe-Telefonnummer +43 (0) 1 25 120 00.

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