Richtigstellungen von BM Schmied zu den Aussendungen von Hannes Missethon und Eva Scholik

Wien (OTS) - Zur Richtigstellung von Aussendungen von ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon und Eva Scholik finden die Vertreterinnen und Vertreter der Medien untenstehend den angesprochenen Auszug aus dem Interview von Bundesministerin Claudia Schmied mit dem Wochenmagazin NEWS vom 23. September. Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat in dem angesprochenen Interview die Schule weder als Familienersatz bezeichnet, noch das wichtige Thema 'Gewalt an Schulen' ausgespart, sondern einen klaren, faktenbasierten Umgang mit diesem Thema bekanntgegeben.

NEWS: Sie haben vor einigen Monaten Schulklassen mit maximal 25 Schülern versprochen. Wird es ab Herbst also nur noch kleinere Klassen geben?

Schmied: Das Projekt heißt "Richtwert 25", und die Ergebnisse, die uns für das neue Schuljahr vorliegen, sehen sehr gut aus. Neun von zehn der neuen ersten Klassen werden 25 oder weniger Schüler haben. Parallel zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahl arbeiten wir auch an der Verbesserung der Unterrichtsqualität. Wir wollen mehr Teamunterricht, mehr Förderunterricht und mehr Individualisierung, um Begabungen und Talente zu wecken und zu fördern.

NEWS: Um die nächsten Pisa-Ergebnisse zu verbessern?

Schmied: Natürlich wollen wir gute Pisa-Ergebnisse. Aber wir neigen manchmal dazu, alles zählen, messen und wiegen zu wollen. Es geht nicht nur um Testergebnisse wie Pisa, es geht auch um den Schulalltag. Nachdem die Schule für immer mehr Kinder zum Lebensraum wird, geht es auch um die Vermittlung von Werten. Es geht um Zivilcourage, Integrität, Sozialkompetenz und Persönlichkeitsentwicklung. All das wollen wir stärken.

NEWS: Ein Problem, das sich in den letzten Monaten an Schulen bemerkbar gemacht hat, war aber Gewalt, Stichwort Mordkomplott.

Schmied: Wir haben eine Studie aus dem Jahr 2005, wonach die Gewaltbereitschaft von österreichischen Schülern relativ gering ist. Nichtsdestotrotz nehmen wir dieses Problem sehr ernst. Experten sagen, dass diese Aggressionen überall dort als Reaktion auftreten, wo es Gewalt, Ausgrenzung und Beziehungslosigkeit gibt. Die Schule ist in den meisten Fällen nicht Auslöser der Gewalt, aber der Ort, an dem sie sichtbar wird.

NEWS: Was wollen Sie dagegen machen? In Deutschland haben Lehrer in gewissen Schulen bereits vor der Gewalt kapituliert.

Schmied: Unser Ministerium hat Frau Prof. Spiel beauftragt, eine Gesamtstrategie für alle Schulen in Österreich dagegen zu entwickeln. Die Ergebnisse werden uns im November präsentiert. Die konkreten Maßnahmen werden davon abhängen. Wir wollen auf jeden Fall Kunst- und Kulturprojekte wie Theateraufführungen verstärken. Alle bisherigen Studien haben ergeben, dass man damit Kinder besser motivieren und integrieren kann.

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