vida-Jugend: "Blum-Bonus durch Topf der beruflichen Ausbildung ersetzen"

Jugendvorsitzende Cap: Einkommensschere bei Lehrberufen schließen

Wien (vida/ÖGB) - Unterstützung für die Forderung von AK-Präsidenten Herbert Tumpel, die Unternehmer stärker bei der Lehrlingsausbildung in die Pflicht zu nehmen, kommt von der vida-Jugend. Kerstin Cap, vida-Jugend-Vorsitzende sagt: "Der Blum-Bonus hat zu sehr hohen Mitnahmeeffekten geführt. Der Bonus verschwendet eine Unmenge an Steuergeldern ohne die gewünschte Anzahl von Lehrplätzen zu erreichen. Schließlich stehen derzeit mehr als 10.000 Jugendliche ohne Lehrstelle da. Der Blum-Bonus gehört abgeschafft und durch einen Topf der beruflichen Ausbildung ersetzt."++++

Als Alternative zum Blum-Bonus schlägt die vida-Jugend einen betriebsübergreifenden Topf der beruflichen Ausbildung vor, wie er in Vorarlberg bereits existiert. "Das Geld aus dem Insolvenzentgeltsicherungsfonds allein, das jetzt für die Lehrlingsausbildung verwendet werden soll, ist zuwenig. Wir wollen einen echten Solidarausgleich zwischen Betrieben, die ausbilden und jenen, die sich aus dieser Verantwortung stehlen. Die Mittel sollen für eine qualitativ hochwertige, zukunftsorientierte Lehrausbildung verwendet werden", sagt vida-Jugendsekretär Henri Schreiber.

Einkommensschere bei Lehrlingen schließen

Bereits am vergangenen Samstag, dem 25. August, machte die vida-Jugend mit der Aktion "Von Arbeit muss man leben können" auf die Lehrstellenlücke und auf die schwierige Situation von Lehrlingen in Niedriglohnbranchen aufmerksam. "Die Einkommensschere schlägt schon im Lehrlingsbereich zu, viele junge Frauen müssen mit sehr niedrigen Lehrlingsentschädigungen auskommen", sagt Kerstin Cap. So verdient ein Friseurlehrling im ersten Lehrjahr gerade 306 Euro brutto, ein Lehrling im Bankangestelltenbereich mehr als doppelt so viel. In einigen Berufen wie bei den KosmetikerInnen oder FußpflegerInnen gibt es derzeit nicht einmal einen Mindestlohn. "Wir erwarten uns, dass sich die Arbeitgeberseite hier die Einigung der Sozialpartner zum Thema Mindestlohn zu Herzen nimmt und so schnell als möglich einem herzeigbaren Lohntarif zustimmt", sagt Henri Schreiber von der vida-Jugend.

ÖGB, 27. August 2007 Nr. 492

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