Voller Erfolg für "ÖSTERREICH" im Strache-Verfahren

Zeuge Ewald Stadler bestätigt "ÖSTERREICH"-Berichterstattung in allen Details

Wien (OTS) - Mit einem vollen Erfolg für die Tageszeitung "ÖSTERREICH" endete heute vormittag am Wiener Landesgericht die erste Runde im Verfahren, das FPÖ-Parteiobmann HC Strache rund um die Veröffentlichung der Wehrsport-Bilder angestrengt hatte.

Als Zeuge legte der Nationalratsabgeordnete Ewald Stadler die sieben seit Monaten heftig diskutierten Fotografien erstmals unverpixelt den Gericht vor. Sowohl er als auch ein Teilnehmer der Übung identifizierten dann die auf den Bildern neben HC Strache fotografierten Personen eindeutig als die führenden Aktivisten der österreichischen Neonazi-Szene.

Laut den Aussagen der Zeugen befinden sich auf den Fotos - exakt wie von "ÖSTERREICH" berichtet - die prominenten heimischen Neonazis Andreas Thierry, Jürgen Hatzenbichler, Marcus Ullmann und zahlreiche weitere Vertreter des rechtsextremen Lagers. Vor allem Andreas Thierry, der enge Kontakte zu Gert Honsik unterhielt, gilt neben Gottfried Küssel als Schlüsselfigur der rechtsextremen Szene und der "Nationalen Front".

Unter den nun vollständig und unverpixelt vorgelegten Bildern befinden sich auch Aufnahmen, wo die Teilnehmer mit Gummiknüppeln und Schlagstöcken aufeinander einschlagen und mit Punpguns und (angeblich Spielzeug-) Maschinengewehren im militärischer Uniform posieren, die eindeutig nichts mit Paintball-Spiel zu tun haben.
In seiner Zeugenaussage vor Gericht schilderte der Nationalratsabgeordnete Ewald Stadler ausführlich den Parteivorstand der FPÖ, in dem die Bilder unverpixelt vorgelegt wurden. Er erklärte, dass er von Beginn an auf den rechtsextremen Hintergrund der Veranstaltung, die Neonazi-Karriere der abgebildeten Personen und H C Straches Verwicklung in das rechtsextreme Lager hingewiesen und ausdrücklich betont habe, dass Strache damit als FPÖ-Obmann nicht länger tragbar wäre.

Stadler schilderte dann auch ausführlich seine Informationen, wonach H C Strache zur Jahreswende 1989/1990 bei einer Veranstaltung der kurz danach wegen neonazistischer Wiederbetätigung verbotenen "Wiking-Jugend" verhaftet worden sei. Er rekonstruierte im Wortlaut die damalige Aussage des FPÖ-Parteiobmannes Strache, wonach er bei dieser Veranstaltung "nicht verhaftet", sondern vom Bundesgrenzschutz "nur festgenommen" wurde. Strache hätte im Parteivorstand betont, er hätte "Brotkörbe für die hungernden Werktätigen der DDR über die Grenze geworfen". Stadler bezeichnete diese Darstellung Straches als "skurril und lächerlich".
In einer ersten Reaktion nach der Verhandlung betonte ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner: "Unsere Berichterstattung in ÖSTERREICH ist durch die heutigen Zeugenaussagen in jedem Wort und auch in allen Details bestätigt worden. Die heutige Verhandlung ist ein enormer Erfolg für ÖSTERREICH, weil damit ab heute klargestellt ist, dass unsere Berichterstattung in der Causa Strache genau mit den Zeugenaussagen aus dem bisher geheimen FPÖ-Parteivorstand übereinstimmt."

Wolfgang Fellner erwartet nach der heutigen Verhandlung eindeutige politische Konsequenzen: "Es ist für mich unvorstellbar, dass H C Strache nach diesen Zeugenaussagen, die im klaren Widerspruch zu seinen Aussagen in den vergangenen Monaten und im ORF-Sommergespräch vom Dienstag stehen, weiter Obmann einer demokratischen Partei sein kann. Es ist durch die Zeugenaussagen eindeutig begelegt, dass H C Strache bei seinen Fotoaufnahmen umgeben von den führenden Neonazis war, dass er an Veranstaltungen der eindeutig rechtsextremen Wiking-Jugend in Deutschland teilgenommen hat und dass er sogar wegen seiner Neonazi-Wiederbetätigung bei der Wiking Jugend von der deutschen Polizei und dem Bundesgrenzschutz aufgegriffen und polizeilich erfaßt wurde. H C Strache ist nach der heutigen Verhandlung eindeutig als Teil der rechtsextremen Szene Österreichs zu Beginn der 90er-Jahre identifiziert. Seine bisherigen Aussagen waren deshalb wissentlich unwahr. Sein Rücktritt als Abgeordneter und Parteiobmann ist die zwingende Konsequenz dieser Verhandlung."
Heinz Christian Strache hatte noch Dienstag in den "Sommergesprächen" des ORF die Anwesenheit von Neonazis wie Andreas Thierry und Jürgen Hatzenbichler bei den Fotoaufnahmen als "absoluten Unsinn" und "unrichtig" bestritten, seine Teilnahme an Veranstaltungen der Wiking-Jugend in jeder Form dementiert und seine Erfassung durch den Bundesgrenzschutz als "falsch" dementiert.
Wolfgang Fellner: "Strache hat in der Sendung bekanntlich gesagt:
Lügen haben kurze Beine!"

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