"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Neue Allianzen" (Von PETER NINDLER

Ausgabe vom 21. August 2007

Innsbruck (OTS) - Die Sonderhonorare an den Kliniken und Krankenhäusern sind eine unendliche Geschichte, die jetzige Ärzteallianz eine Zweckgemeinschaft.

Denn die Ober- und Fachärzte wollen keine Einbußen erleiden, weil sie stets das Gegenteil gefordert haben. Weil sie vom Bund ohnehin nur spärlich entlohnt werden. Den Klinikchefs geht es ums Prinzip:
Sie möchten weiterhin die Rechnungen für ihre Privatpatienten stellen und die interne Aufteilung vornehmen. Und die 250.000-Euro-Deckelung an Zusatzeinnahmen wird von jenen Primarärzten abgelehnt, die mehr als die 250.000 Euro im Jahr lukrieren.

Zu viel oder zu wenig - zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die umstrittene Thematik. Eigentlich könnte es sich das Land recht einfach machen und sich zurücklehnen - nach dem Motto: Sollen sich doch die Bundesärzte alles unter sich ausmachen, für die Landesärzte geben wir die Richtung vor. Aber weil eben die Klinikvorstände nicht so spendabel waren, sah sich das Land auf Druck der Ärzte zum Handeln gezwungen.

Andererseits, und das ist jetzt die interessante Facette, wird der Hausanteil zur finanziellen Manövriermasse. Land und Tilak wollen diesen Anteil auf 7,2 Millionen verdoppeln - nicht wenig Geld angesichts der angespannten finanziellen Situation der Krankenanstaltenträger. Aber gerade das aktuelle Nein zum Hausanteil schweißt die Ärztekoalition zusammen. Sie sieht ihn durch die allgemeinen Anstaltsgebühren bereits gedeckt. Fällt er weg, bleibt sowohl den Primarii mehr als auch den nachgeordneten Ärzten. Die bisherigen zehn Prozent fließen hingegen zweckgebunden in Ausbildung und Ausgleichstöpfe.

Für das Land gibt es aber kein Zurück mehr hinter das Gesetz, deshalb muss die Allianz in Weiß gespalten werden. Verhandlungspartner sind die Primarärzte, deshalb wird es wohl entsprechende Angebote an sie geben.

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