KURIER-Kommentar von Andreas Schwarz: "Die weniger Geborenen"

Die Zahl der Ehen sinkt, die der Geburten grundelt - Politik hätte eine Aufgabe.

Wien (OTS) - Am 7. 7. 2007 ist zwar fest geheiratet worden, aber abseits solcher Kalender-Gags zeigt die Statistik Trübes: 11,2 Prozent weniger Eheschließungen im ersten Halbjahr bedeuten die Fortsetzung des Trends weg vom Bund fürs Leben und ein Rekordtief. Gleichzeitig werden immer mehr Ehen geschieden: Eine von zwei geht mittlerweile in Brüche.
Ob das eine - weniger Ehen - mit dem anderen - wird eh geschieden - ursächlich zu tun hat, ist unbekannt. Fatal ist es für die Bevölkerungsentwicklung: Die Geburtenrate grundelt bei im Schnitt 1,4 Kindern pro Frau, zu wenig, um den Bevölkerungsstand zu halten. Weniger Ehen, deren Zweck ja auch die Familiengründung ist, werden dem nicht entgegenwirken.
Verändertes Lebensumfeld, Karriere, der Wegfall der "Sicherheitsfunktion" Ehe, viel zu wenig Kinderbetreuungsmöglichkeiten und -Selbstverständnis (anders als in Skandinavien oder Frankreich mit höheren Geburtenraten) - das alles sind Gründe für die Entwicklung, die der Generation der jetzt gerade wenig Geborenen demografisch noch auf den Kopf fallen wird. Ein Thema für die Politik. Es wäre wichtiger als drei Eurofighter weniger oder ein paar Streitereien mehr.

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