ÖGJ zu Lehrstellenmangel: Lehrherrn haben nichts gelernt

Arbeitgeber wollen Lehrlinge mit langjähriger Berufserfahrung

Wien (ÖGJ) - "Die Lehrherrn haben noch immer nichts gelernt. Noch immer wollen sie nur Lehrlinge mit jahrelanger Berufserfahrung einstellen", stellen der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr und der ÖGJ-Bundesjugendsekretär, Florian Zuckerstätter, zu Medienberichten fest, dass es noch immer mehr als 10.000 Lehrstellensuchende gibt und die Arbeitgeber über mangelnde Qualifikation der Lehrstellensuchenden klagen.++++

"Jung, hübsch, willig und mindestens zehn Jahre einschlägige Berufserfahrung", so das Anforderungsprofil an die weiblichen Lehrlinge. Bei den männlichen Lehrlingen lautet das Anforderungsprofil auf "sportlich, zupackend, jederzeit verfügbar und natürlich ebenfalls langjährige Berufserfahrung". Michlmayr und Zuckerstätter kritisieren die Lehrherrn, die noch immer vergessen, dass es sich bei Lehrlingen um Jugendliche handelt, die auszubilden sind und nicht mit fertiger Qualifikation ihre Lehre antreten.

Gleichzeitig fordern die beiden Jugendgewerkschafter, dass das Bildungssystem rasch reformiert werden muss um die Grundqualifikationen der Jugendlichen zu verbessern. Michlmayr und Zuckerstätter: "Hier besteht Nachholbedarf. Allerdings ist die derzeitige Situation nicht so schlecht, dass die Lehrherrn keine Jugendlichen mit guter Grundqualifikation finden könnten."

Dass laut AMS die aktuelle Situation besonders in der Metall- und Elektrobranche schlimm sei zeige für die beiden Junggewerkschafter, dass die Arbeitgeber noch immer lieber über den angeblichen Facharbeitermangel jammern, als endlich mehr Lehrlinge auszubilden. Einig sind sich Michlmayr und Zuckerstätter auch, dass der Druck der Öffentlichkeit und seitens der Politik auf nicht ausbildungsbereite Betriebe erhöht werden muss.(ff)

ÖGB, 20. August 2007 Nr. 477

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