PRÖLL: Weltweit größte wissenschaftliche Flussexpedition im Jahr 2007 soll umfassenden Überblick über ökologischen Zustand der Donau geben

Erste Ergebnisse bestätigen die gute Wasserqualität der Donau in Österreich

Wien (OTS) - "Österreich ist der grenzüberschreitende Schutz der Donau ein besonderes Anliegen. Darum ist das Lebensministerium an der derzeit stattfindenden Donau-Messfahrt, die die weltweit größte wissenschaftliche Flussexpedition im Jahr 2007 ist, sowohl wissenschaftlich als auch finanziell maßgeblich beteiligt. Einmal mehr dokumentieren die ersten Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung die gute Wasserqualität der Donau in Österreich, womit auch die jahrzehntelangen Anstrengungen und Investitionen für den Gewässerschutz Früchte tragen", so Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll heute im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich des Zwischenstopps des Messschiffes in Wien.

Hauptziel der zweiten gemeinsamen Donau-Messfahrt _ Joint Danube Survey 2 (JDS2) - ist es, durch Zusammenarbeit aller Donaustaaten einen umfassenden Überblick über den chemischen und ökologischen Zustand der Donau und der Mündungsbereiche bedeutender Nebenflüsse zu erheben. Die Durchführung der Messfahrt wird vom Sekretariat der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) mit Sitz in Wien koordiniert. Alle Donaustaaten von Deutschland bis zur Ukraine haben ihre volle Unterstützung für die Expedition zugesagt und leisten Beiträge in Form von finanzieller Unterstützung, Laboranalytik, Personal oder Sachleistungen.

Fünf Schiffe haben zu diesem Zweck am 14. August 2007 von Regensburg aus ihre Donaureise über eine Länge von 2.375 Kilometern durch zehn Länder gestartet. Ende September werden sie das Donaudelta erreichen. Das internationale Vollzeitteam, das derzeit die Donau in ihrer gesamten Länge bereist, setzt sich aus 29 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Serbien und Rumänien zusammen. Darüber hinaus werden nationale ForscherInnenteams auf den Flussabschnitten in ihren jeweiligen Ländern Unterstützung bei den Probeentnahmen und Analysen an Bord der Schiffe geben. Österreich nimmt an der Messfahrt mit insgesamt 13 ExpertInnen teil.

An den 95 Untersuchungsstellen werden die Qualität des Wassers, der Sedimente und Schwebstoffe und die biologische Besiedelung geprüft. Zusätzlich werden folgende Nebenflüsse in die Untersuchungen einbezogen: Inn, March, Drau, Theiß, Save, Große Morava, Arges, Olt, Iskar, Russenski Lom, Jantra und Prut. Unterstützung bei den Untersuchungen kommt in Österreich auch von den Austrian Research Centers Seibersdorf, der IAEO, der Universität Wien, der Universität für Bodenkultur sowie der TU Wien und dem Umweltbundesamt.

JDS2 knüpft an die 2001 während der ersten gemeinsamen Donau-Messfahrt (JDS1) begonnene Arbeit an und ermöglicht einen Vergleich der Messergebnisse. Der Untersuchungsumfang von JDS2 ist um neue Parameter und Probestellen erweitert worden, so werden diesmal etwa auch fischökologische Untersuchungen durchgeführt. Weiters werden erstmals die großen Nebenflüsse der Donau umfassend in die Betrachtungen mit einbezogen. Neu ist auch, dass es nicht nur um die Bestimmung der Wasserqualität geht, sondern der gesamtökologische Zustand erhoben werden soll. Das heißt, dass nicht nur die stofflichen Belastungen betrachtet werden, sondern auch die Auswirkungen von Eingriffen in die Gewässerstrukturen, die durch die Regulierung, die Wasserkraftnutzung und Schifffahrt entstanden sind, analysiert werden.

Die im Rahmen von JDS1 ermittelten Ergebnisse hatten einen noch immer nachweisbaren Reichtum an biologischer Vielfalt und das Auftreten vieler seltener Arten aufgezeigt. Allerdings wurden zum Teil auch bedenkliche Ausmaße der organischen und mikrobiologischen Verschmutzung sowie die übermäßige Belastung mit Schwermetallen, Öl aus dem Schiffsbetrieb, Pestiziden und Chemikalien sichtbar. Die Belastungsschwerpunkte lagen im Wesentlichen im Mittellauf und Unterlauf der Donau. Vor allem bei den Schwermetallen, Pestiziden und der organischen Belastung zeigte sich, dass die höchsten Werte aber nicht in der Donau selbst, sondern in den Zubringern gemessen wurden. Diese Ergebnisse sollen nun aktualisiert und umfassender erhoben werden. Die Regierungen der Donauländer waren und sind aufgefordert, fundierte Entscheidungen über die künftigen Schritte zur Reduzierung der Verschmutzung der Donau und zur Verbesserung ihres ökologischen Zustands zu treffen. "JDS2 hilft uns, in Anknüpfung an die 2001 während der ersten gemeinsamen Donau-Messfahrt begonnene Arbeit, unserer Verpflichtung zum Schutz der Donau nachzukommen sowie die Bestimmungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie - der wohl strengsten Rechtsvorschrift im Gewässerschutz weltweit - zu erfüllen", so Pröll weiter.

Wie bereits bei der JDS 1 hat auch die JDS 2 auf der bisher untersuchten Donaustrecke bis Wien wieder die gute Wasserqualität der österreichischen Donau bestätigt. Die Werte der bereits an Bord ausgewerteten 13 Parameter liegen innerhalb der üblichen Schwankungsbreite, die in den letzten Jahren im nationalen Überwachungsprogramm beobachtet wurden.

"Die Donaumessfahrt liefert ein zuverlässiges und konsolidiertes Bild der Gewässerqualität der Donau und ihrer wichtigsten Nebenflüssen. Bisher geht klar hervor, dass die Donau in Relation zu anderen großen Strömen sehr sauber ist. Wir hoffen natürlich, dass auch in den Unterliegerstaaten die Auswertungsergebnisse positiv ausfallen und dass schließlich im Abschlussbericht Verbesserungen der Wasserqualität der Donau dokumentiert sind", so Pröll abschließend.

Die aktuellen Messergebnisse erhalten Sie unter http://www.icpdr.org/JDS.

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