OeNB - Zinssätze für Einlagen privater Haushalte steigen deutlich

Die Entwicklung der Kundenzinssätze in Österreich und im Euroraum im 2. Quartal 2007

Wien (OTS) - Aufgrund der neuerlichen Leitzinserhöhung der EZB (um 0,25 %-Punkte im Juni 2007) gab es im zweiten Quartal 2007 insbesondere bei neu vereinbarten Einlagen von privaten Haushalten deutliche Anstiege (im Durchschnitt um 0,35 bis 0,45 %-Punkte). Der Zinssatz für Einlagen mit Laufzeit bis zu 1 Jahr betrug im Durchschnitt 3,90%, bei einer Laufzeit von über 2 Jahren 4,04%. In allen Einlagenkategorien lagen die Zinssätze in Österreich über dem Durchschnitt des Euroraums.

Bei neuen Kreditverträgen fielen die Anhebungen der Zinssätze im zweiten Quartal etwas geringer als bei den Einlagen aus, wobei Unternehmen die stärksten Anstiege in Kauf nehmen mussten. Wohnbaukredite verteuerten sich um 0,18 %-Punkte auf 4,71%. In allen Kreditkategorien lagen die Zinssätze von neuen Krediten in Österreich unter den Vergleichswerten des Euroraums.

Hinsichtlich des aushaftenden Gesamtbestandes schmolz der Zinsvorteil für Österreichs Kreditnehmer aufgrund des hohen Anteils variabel verzinster Kredite gegenüber dem Durchschnittswert des Euroraums weiter. Im zweiten Quartal stiegen die Zinssätze für langfristige Kredite (über 5 Jahre Laufzeit) in Österreich um 0,13 bis 0,15 %-Punkte, im Euroraum hingegen nur um 0,07 bis 0,09 %-Punkte. Bei Wohnbaukrediten lag der Zinssatz in Österreich im Juni 2007 mit 5,12 % sogar höher als im Euroraum (4,86%).

Aufgrund der neuerlichen Leitzinserhöhung der EZB (um 0,25 %-Punkte im Juni 2007) gab es im zweiten Quartal 2007 insbesondere bei neu vereinbarten Einlagen deutliche Anstiege. Die durchschnittlichen Zinssätze stiegen zwischen März und Juni je nach Laufzeit um 0,35 bis 0,45 %-Punkte. Für Einlagen mit Laufzeit von bis zu 1 Jahr bekamen private Haushalte im Durchschnitt einen Zinssatz von 3,90%, für Laufzeit von über 2 Jahren einen Zinssatz von 4,04%. Bei Laufzeit von bis zu 1 Jahr wurde damit das höchste Zinsniveau seit Dezember 1995 verzeichnet. Bei Laufzeit von über 2 Jahren war letztmals im dritten Quartal 2001 ein ähnlich hoher Zinssatz verzeichnet worden. In allen Einlagenkategorien lagen die Zinssätze in Österreich über dem Durchschnitt des Euroraums. Auch Unternehmen profitierten auf der Einlagenseite kräftig von den höheren Zinssätzen. Im Durchschnitt stieg der Zinssatz um 0,28 %-Punkte auf 4,03%.

Bei neuen Kreditverträgen fielen die Anhebungen der Zinssätze im zweiten Quartal etwas geringer als bei Einlagen aus. Die stärksten Anhebungen mussten Unternehmen in Kauf nehmen. Bei einem Kreditvolumen bis 1 Million Euro stieg der Zinssatz um 0,23 %-Punkte auf 5,08%, bei einem Volumen von über 1 Million Euro um 0,21 %-Punkte auf 4,65%. Die in Österreich verzeichneten Zinssätze für Unternehmenskredite blieben damit aber noch immer relativ deutlich unter den Vergleichswerten im Euroraum (5,49% bzw. 4,91%). Private Haushalte mussten insbesondere bei Krediten für Wohnbau deutliche Verteuerungen (um durchschnittlich 0,18 %-Punkte auf 4,71%) in Kauf nehmen. Für Konsumzwecke stieg der Zinssatz hingegen nur um 0,09 %-Punkte auf 6,19%. Auch bei Krediten an private Haushalte galt, dass die Neugeschäftszinssätze in Österreich unter jenen des Euroraum-Durchschnittes lagen. Starke Zinssatzanhebungen mussten auch die Haushalte und Unternehmen in Kauf nehmen, die Kredite in CHF nahmen. Da es auch in der Schweiz im Juni zu einer Leitzinsanhebung um 0,25 %-Punkte kam, gab es in diesem Kreditsegment im zweiten Quartal 2007 einen deutlichen Anstieg (um 0,23 %-Punkte) auf 3,60% zu verzeichnen.

Über das gesamte aushaftende Kreditvolumen führte der höhere Anteil an variabel verzinsten Krediten in Österreich dazu, dass die Leitzinsanhebungen sich in den Konditionen österreichischer Kunden stärker als im Euroschnitt widerspiegelten und der relative Zinsvorteil zum Euroraum weiter schmolz. Im ersten Quartal stiegen die Zinssätze für langfristige Kredite (über 5 Jahre Laufzeit) in Österreich um 0,13 bis 0,15 %-Punkte, im Euroraum hingegen nur um 0,07 bis 0,09 %-Punkte. Noch deutlicher zeigte sich die unterschiedliche Entwicklung im Jahresvergleich. Anstiegen von 0,71 bis 0,80 %-Punkte in Österreich standen Anhebungen von lediglich 0,31 bis 0,53 %-Punkte im Euroraum gegenüber. Bei Wohnbaukrediten lag der Euro-Zinssatz im Juni 2007 mit 5,12 % in Österreich sogar höher als im Euroraum (4,86%).

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