Börsencrash 2007 - Waterloo des österreichischen Pensionskassensystems

Altersversorgung einer halben Million Österreicher in Gefahr

Wien (OTS) - Weltweite Börsenhysterie trotz guter bis bester Wirtschaftsdaten ohne rationalen Hintergrund - ausgelöst durch die amerikanische Immobilienkrise - lässt Kurse wie Dominosteine purzeln und bringt das österreichische Pensionskassensystem an den Rand des Abgrunds. Kann man Altersversorgung wirklich auf einem System aufbauen, das immer wieder durch hysterische weltweite Überreaktionen in seinen Grundfesten erschüttert wird?

Die zweite Säule der österreichischen Pensionssicherung wurde in den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts an den Eckpfeilern eines weltweiten Börsenbooms orientiert und trägt die Handschrift jener Großunternehmen, die nicht zuletzt durch Loskauf von ihren Pensionszusagen Großeinkäufe in Osteuropa getätigt und so ihre Wirtschaftsmacht ausgeweitet haben.

Für die wegen des statischen und benchmarkorientierten Veranlagungskonzepts vieler Pensionskassen bisher schon katastrophale Performance des von ihnen verwalteten Pensionskapitals (bis zu 25% Pensionsverluste und keine Inflationsabgeltung seit Anbeginn) hat man seither immer wieder das "unvorhersehbare einmalige Jahrhundertereignis 9/11" verantwortlich gemacht. Eine These, die durch die Börsenhysterie 2007 endgültig ins Reich der Fabel verwiesen wird.
Die immer noch realitätsfremden verbalen Beschwichtigungs- und Verniedlichungsversuche der Herren Böhm ("Wir sind deutlich im Plus" Er vergisst nur bewusst, zu erwähnen, dass ein Plus unter 5,5% bei vielen Verträgen bereits ein Minus ist!) und Ziegelbecker (ORF-Mittagsjournal und ÖSTERREICH vom 17.8.) können daran nichts ändern!

Wenn es der Politik nicht gelingt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Realität anzupassen, aber auch den Unternehmen die moralische Verpflichtung zum Kapitalnachschuß zwecks Sanierung der teilweise utopischen Rechnungszinsen abzuringen, hat die zweite Säule der Pensionssicherung in Österreich wohl endgültig ihr Ziel verfehlt und eine halbe Million Pensions- und Anwartschaftsberechtigter (Wählerpotential mehr als eine Million!) wird weiterhin laufend überproportional zur Kasse gebeten werden!

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Günter Braun
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