Gesundheitswesen: Rechnungshofvorschläge für Dorner "alter Sommerhut"

ÖÄK-Chef: "Es gibt keine validen Zahlen für seriöse Berechnungen, Vergleiche mit Türkei und Rumänien reichen nicht"

Wien (OTS) - Massive Kritik an der Sparvorschlägen von Rechnungshof-Präsident Josef Moser im Gesundheitswesen übt heute ÖÄK-Präsident Walter Dorner. In einer Aussendung bezeichnet Dorner die von Moser ins Spiel gebrachte Sparsumme von 2,9 Milliarden als "alten Sommerhut". "Diese Rechenspielerei ist schon ein halbes Jahrzehnt alt. Sie ist falsch, beruht auf Schätzungen, Annahmen und einer verheerenden Unkenntnis des österreichischen Gesundheitswesens. Es gibt keine validen Daten auf deren Basis sich derartige Monstersummen seriös errechnen ließen und trotzdem wird diese dünne Suppe jeden Sommer wieder aufgewärmt und neu serviert", kritisiert Dorner.

Würde die genannte Summe eingespart, stünde ein Drittel der Spitalspatienten auf der Straße, macht der ÖÄK-Chef geltend. Dorner:
"Man kann nicht jedes dritte Akutbett einsparen ohne Rücksicht auf Verluste. Ich vermisse hier Humanität und Verantwortungsbewusstsein. So kann man die Menschen nicht verunsichern." Außerdem ließen sich die Kosten nicht aliquot zu einer Bettenreduktion herunterfahren, da es außerdem noch Fixkosten für Verwaltung, Gebäude, Abschreibungen oder Personal gebe. Ferner beruhe die Berechnung auch auf dem falschen Ansatz von den Gesamtkosten der Spitäler auszugehen und nicht nur deren stationärer Akut-Einrichtungen.

Dorner bedauert, dass Berechnungen der Gesundheitsökonomie derzeit ausschließlich auf der Basis internationaler Kennzahlvergleiche erfolgen, da es valide Daten zum österreichischen Gesundheitssystem nicht gibt. "Österreich lässt sich aber nicht mit Ländern vergleichen, in denen völlig andere Strukturen im Gesundheitssystem existieren wie etwa der Türkei, Rumänien oder Bulgarien. Darüber muss man doch nachdenken, wenn man derartige Äußerungen macht", so der ÖÄK-Präsident abschließend.

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